Autor: Hanna Krause

Die lange Geschichte des Kakaos kurz erzählt

Zeremonieller Kakao

Die lange Geschichte des Kakaos kurz erzählt

Kakao, Theobrama cacao, ist eine Götterspeise (Theo – Gott, Brama – Speise, Essen).

Botanisch gesehen gehört der Kakaobaum (Theobroma cacao) zu den Malvengewächsen. Er stammt aus den Regenwäldern des westlichen Amazonasgebietes, wohin auch die Spurensuche der Ursprünge seines rituellen Gebrauchs führen. Hier, an der Golfküste in Mexiko, lebten etwa 1500 Jahre v. Chr. die Olmeken. Obwohl sie zunächst keine eigenen Anbaugebiete hatten, sollen bereits sie die geistreiche Frucht genutzt haben. Zunächst bezogen sie den Kakao von den südlich lebenden Maya Völkern. Um ihre Versorgung mit Kakao langfristig sicherzustellen, eroberten sie später ein Anbaugebiet an der pazifischen Küste, welches heute zwischen Mexiko und Guatemala vorzufinden ist.

Sowohl die Maya als auch die Azteken waren sich dem hohen Wert der Kakaobohne sehr bewusst. Da sie im Kakao eine heilige und spirituelle Lehrpflanze sahen, machten sie neben der Verwendung als Zahlungsmittel für religiöse Zeremonien und als Ausschank bei festlichen Anlässen von ihr Gebrauch. Teilweise war der Kakao sogar ausschließlich den wohlhabenden und gesellschaftlich hoch angesehenen Menschen vorbehalten.

Als heißes oder kaltes Getränk zubereitet, wurde er oft mit Vanille, Chili oder anderen scharfen Gewürzen verfeinert und nach belieben mit Honig gesüßt.

Das Ritual des Kakaotrinkens wurde von den Mayas und Inkas von Generation zu Generation weitergetragen. Durch spanische Konquistadoren kamen auch die Europäer gegen Ende des 16. Jahrhunderts mit der Kakaofrucht in Kontakt. Eine wirkliche Liebe zum Kakao entwickelten sie jedoch erst einige Jahrzehnte später, als die Idee geboren wurde, Zucker zum Kakao hinzugeben. Dadurch wurde das Getränk auch für den europäischen Gaumen genießbar. Somit sind es längst nicht mehr ausschließlich die indigenen Kulturen Mittel- & Südamerikas, welche von der Götterfrucht Gebrauch machen. Hingegen wird das schamanische RItual heutzutage weltweit zelebriert.

In der Maya Kosmologie wird der pflanzliche Geist des Kakao als einer der mächtigsten Wesen angesehen. Einem indigenen Mythos zufolge taucht der Geist immer dann auf und beginnt zu wirken, wenn die Harmonie zwischen dem Menschen und der Natur aus der Balance gerät. In diesem Sinne sei der Kakao die Medizin des Wandels und des Friedens. Ob diese Tatsache auch ein Grund dafür ist, dass sich der Kakao in westlichen Gesellschaften zunehmender Beliebtheit erfreut, darüber lässt sich munkeln.

Veröffentlicht

03 Juni, 2022
Autor
Hanna Krause

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