Autor: lisa

Kakao als Superfood

Kakao als Superfood

EIN WAHRES SUPERFOOD IN VIELERLEI HINSICHT

Viele Menschen kennen ihn primär aus zuckersüßen Pulvermischungen, die mit Kakao letztlich nur noch wenig zu tun haben.

Betrachtet man Kakao jedoch in seiner puren, ursprünglichen Form, erkennt man, welches Potenzial sich hinter der Wunderbohne verbirgt. Ein Kakao als Superfood in vielerlei Hinsicht. Dass er eine hervorragende Nahrung für strapazierte Nerven und schwere Herzen ist, hast du vielleicht schon selbst erfahren. Doch das ist längst nicht alles – UreinwohnerInnen Zentral- und Südamerikas erkannten das immense Potenzial von Kakao bereits vor hunderten von Jahren und machten als Medizin für mentale und körperliche Gesundheit von ihm Gebrauch.

Wenn von den gesundheitlichen Wirkungsweisen des Kakaos gesprochen wird, kommt es natürlich zunächst einmal auf die Art des Kakao als Superfood, beziehungsweise seine Zubereitung und Form der Verarbeitung an. Dieser Artikel bezieht sich auf hochwertigen zeremoniellen Kakao in seiner puren Form – biologisch angebaut, schonend hergestellt und ohne Anreicherung von Zucker. Ursprünglich und rein, wie du ihn auch in unserem Shop erhältst. Herkömmliche Kakaos enthalten oft große Mengen an beigemengtem Zucker, was ihn zur süßen Sünde macht. In natürlicher Form ist er jedoch ein reichhaltiges und sehr komplexes Lebensmittel mit rund 300 verschiedenen Inhaltsstoffen. Was genau zeremoniellen Kakao als Superfood von konventionellem Kakao unterscheidet erfährst du in diesem Artikel.

EINE GLÜCKSELIGE BEREICHERUNG

Eine besonders wichtige, mehrfach ungesättigte Fettsäure im Kakao ist Anandamid. Ihre entspannende und stimmungsaufhellende Wirkungsweise wird mit der von Cannabis verglichen. Die Substanz kommt auch auf natürliche Weise im menschlichen Gehirn vor und sorgt für ein wohliges Gefühl von Heimat und Glück. Daher also auch der Name: ‘Anandamid’ leitet sich aus der vedischen Sprache Sanskrit von ‘ananda’ ab und bedeutet so viel wie ‘Glückseligkeit’.

Außerdem enthält Kakao auf natürliche Weise MAO-Hemmer, die eine antidepressive Wirkung haben. Monoaminoxidasen (MAO) sind Enzyme, die für den Abbau von Neurotransmittern wie Serotonin, Dopamin und Adrenalin sorgen. Während Serotonin als Glückshormon bekannt ist, haben Dopamin und Adrenalin eine anregende Wirkung auf den Körper, was in den vorzufindenden Mengen ebenfalls eine positive Wirkung auf den Gemütszustand ausübt. Wird der Abbau dieser Hormone also gedämmt, werden die hervorgerufenen Gefühle länger aufrechterhalten. Mit zunehmendem Alter werden die Enzyme (MAO) immer aktiver, sodass die Neurotransmitter früher abgebaut werden und ihr Spiegel sinkt. Dies kann Depressionen, schlechte Laune und einen vorzeitigen Alterungsprozess zur Folge haben.

QUELLE ZAHLREICHER SEKUNDÄRER PFLANZENSTOFFE

Kakao enthält zahlreiche gesundheitsförderliche und stimulierende sekundäre Pflanzenstoffe wie Antioxidantien, Aminosäuren und Alkaloide.

Antioxidantien schützen den Körper, indem sie freie Radikale im Körper reduzieren. Diese würden für oxidativen Stress sorgen und werden mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und verfrühten Alterungsprozessen in Verbindung gebracht.

Durch die Antioxidantien erweitern sich die Arterien, die Durchblutung wird gefördert und das Herz und Kreislaufsystem werden geschützt. Weiterhin wurde herausgefunden, dass Kakao die Oxidation von LDL, dem sogenannten ‘schlechten Cholesterin’ senken kann. Wichtig ist in diesem Kontext, dass der Kakao vegan zubereitet wird, denn die Zugabe von Milchprodukten. hemmt die Wirkung der Antioxidantien oder hebt sie sogar vollständig auf. Als möglichen Grund hierfür nennen ForscherInnen, dass sich aus der Kombination der Flavonoide des Kakaos und den Milchproteinen Komplexe bilden, welche die Aufnahme ins Blut erschweren und somit die biologische Verfügbarkeit für den Körper herabsetzen.

Besonders bedeutsame Antioxidantien im Kakao sind Flavonoide, eine Untergruppe der Polyphenole. Hiervon sind im Kakao nämlich mehr enthalten als in jeglichen anderen Lebensmitteln. Die Menge ist sogar ein Vielfaches von der, die in Blaubeeren und grünem Tee zu finden ist. Flavonoiden wird zugeschrieben, den Blutdruck zu senken, das Gedächtnis zu fördern und der Einlagerung von Fett entgegenzuwirken. Auch gegen Entzündungen sollen sie wirksam sein.

Aufnahme der Aminosäuren

Die Aufnahme der enthaltenen Aminosäuren wird durch ihre im Kakao vorzufindende Zusammensetzung optimal ermöglicht. Einige der Aminosäuren nehmen eine besondere Rolle als Neurotransmitter ein. Hierzu gehören Endorphine, Dopamin, Tryptophan und Phenylethylamin. Tryptophan reagiert unter Anwesenheit von Magnesium im Körper mit ausgewählten Vitaminen, um Serotonin zu produzieren. Dieses Glückshormon kann Angstzustände vermindern und die Stressresilienz erhöhen. Es gehört zu den wichtigsten Hormonen für den Körper, ist essentiell für das eigene Wohlbefinden und regelt den Tag-Nacht-Rythmus, sodass wir nachts ruhig schlafen können und tagsüber wach und energetisch sind.

Weiterhin ist die braune Bohne reich an Alkaloiden wie Koffein und Theobromin, die geistig anregend wirken und auch die körperliche Leistungsfähigkeit steigern können. Der genaue Gehalt an Koffein und Theobromin variiert je nach Sorte. Koffein wirkt bekanntlich stark anregend, fördert die Konzentration und das Reaktionsvermögen. Außerdem wird Müdigkeit entgegengewirkt, Schmerzen werden gehemmt, der Stoffwechsel wird angeregt und der Blutdruck erhöht sich. Theobromin ist jedoch zu signifikant größeren Anteilen als Koffein enthalten. Hierbei handelt es sich um ein Alkaloid, das zu einer sanfteren und länger anhaltenden Energieversorgung führt. Zwar kann auch Theobromin zu mehr geistigem Fokus und Wachsamkeit führen, gleichzeitig kann es jedoch den Blutdruck senken, dabei helfen, innere Ruhe einkehren zu lassen und einen erholsamen Schlaf ermöglichen.

Kakao als Superfood

KAKAO ALS SUPERFOOD BIETET SOGAR EINE REICHHALTIGKEIT AN VITAMINEN

Kakao enthält vieleVitamine des B-Komplexeswie Niacin (B3), Pantothensäure (B5), Thiamin (B1), Riboflavin (B2) und Pyridoxin (B6). Sie helfen der Regeneration und dem Aufbau von Muskeln, sind für die Synthese von Enzymen verantwortlich und tragen zur Funktion des Nervensystems bei. Außerdem spielen sie eine wichtige Rolle für Stoffwechselprozesse.

Weitere enthaltene Vitamine sind C und E. Vitamin E hat eine antioxidative Wirkung und schützt den Körper vor sogenannten freien Radikalen. Vitamin C (Ascorbinsäure) ist ein essentieller Stoff für den Körper, den er nicht selbst herstellen kann.

SOGAR AN MINERALIEN BIETET DER KAKAO AN

Weiterhin ist Kakao ein hervorragender Lieferant für Mineralien wie Selen, Magnesium, Kalzium, Eisen, Kalium, Zink und Mangan, weshalb sich derKakao als Superfood perfekt eignet.

Kakao gilt als einer DER pflanzlichen Lieferanten für Magnesium. Pro 100g Kakao sind bis zu 500mg Magnesium enthalten. Ein wichtiger Stoff für die Funktion von Muskeln und die Gehirnleistung. Die physische Flexibilität kann erhöht, Krämpfe gelindert und Menstruationsbeschwerden vorgebeugt werden. Außerdem ist das alkalische Mineral wichtig für die Remineralisierung der Knochen und unterstützt psychisches Wohlbefinden. Da Magnesium ferner für die Bildung roter Blutkörperchen und den Energiestoffwechsel wichtig ist, führt ein Mangel oftmals zu Müdigkeit, Übelkeit, Muskelkrämpfen und auf lange Dauer zu erhöhtem Osteoporoserisiko und Anämie.

AuchKalziumist in besonders hohem Maße enthalten, etwa 160mg stecken in 100g Kakao. Kalzium ist wichtig für die Knochenbildung, reguliert die Übertragung von Nervenimplusen sowie die Kontraktion der Muskeln und fördert ein gesundes Herz-Kreislauf-System. Insbesondere für SportlerInnen ist auf eine genügende Kalziumzufuhr Acht zu geben, da es bei körperlicher Hochleistung in hohem Maße verbraucht wird und für die Regeneration von großer Bedeutung ist. Besonders Frauen sollten auf eine ausreichende Kalzium Zufuhr Acht geben, da es das prämenstruelle Syndrom (PMS) lindern kann und das in der Menopause erhöhte Osteoporoserisiko senkt.

Eisenist ein weiteres für den Körper wichtiges Mineral, das in Kakao vorkommt. Mit 100g Kakao kommt man auf ganze 7,3mg. Eisen ist essentiell für die Atmung der Zellen, den Sauerstofftransport und somit auch für die Energiebereitstellung. Wer an Eisenmangel leidet, zeigt häufig Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme. Da Eisen optimalerweise mit Vitamin C eingenommen werden sollte, bietet Kakao eine hervorragende biologische Verfügbarkeit. Auch dieser Mineralstoff ist für Frauen von besonderer Wichtigkeit, da durch die Periode ein erhöhter Eisenbedarf vorliegt.

IST DER KAKAO ALS SUPERFOOD EIN FETTREICHER DICKMACHER?

Nimmt man das vorgeblicheKakao als Superfood in seiner puren, schonend verarbeiteten Form genauer unter die Lupe, fällt zunächst der große Anteil an Fett ins Auge, der rund 54% des Kakaos ausmacht. Der Grund hierfür liegt in der Besonderheit von zeremoniellem Kakao. Hierfür wird die ganze Kakaobohne verwendet wird, darunter auch die wertvolle Kakaobutter. Diese ist ein sehr wertvoller Inhaltsstoff, denn in ihr befinden sich jede Menge Aminosäuren und Vitamine.

Mit einem großen Anteil von rund 40% sind die enthaltenen Fette einfach oder mehrfach ungesättigt. Hierunter fallen auch die wertvollen Omega 3 und – 6 Fettsäuren. Diese Fette haben eine positive Wirkung auf den Cholesterinspiegel und können zu einer gesunden Herzfunktion beitragen. Außerdem sind sie gut für stabile Nerven und wirken sich positiv auf die kognitive Leistungsfähigkeit aus. Ein besonders interessanter Aspekt im Kontext der enthaltenen Fettsäuren: einige von ihnen haben eine appetithemmende Wirkung und regen die Fettverbrennung an. Sie sollen deshalb nicht nur das Herz-Kreislauf-System schützen, sondern werden auch bei Abnehmwunsch empfohlen.

Gleiches gilt für die enthaltenen Bitterstoffe, auch sie hemmen den Appetit. Sie koppeln sich an Darmzellen an, wo das körpereigene GLP-1 Hormon produziert wird, welches für ein natürliches Sättigungsgefühl sorgt. Auch Heißhungerattacken kann durch Bitterstoffe vorgebeugt werden. Eine weitere positive Wirkungsweise ist, dass diese Stoffe die Produktion von Magen- und Gallensaft anregen, sodass die Verdauung gefördert wird. Weiterhin wird die Ausscheidung von Bakterien und Viren aus dem Verdauungstrakt begünstigt. Zudem wird die Bauchspeicheldrüse aktiviert, die für die Produktion des blutzuckerregulierenden Hormons Insulin verantwortlich ist.

EIN BISSCHEN VERLIEBT SEIN 

Ein weiterer spannender Punkt ist, dass Theobromin dazu beiträgt, dass Endorphine ausgeschüttet werden. Dies sind Glückshormone, die auch von Verliebten ausgestoßen werden und für ein Gefühl der Euphorie und Glückseligkeit sorgen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Inhaltsstoff Phenylethylamin (PEA), der auch als ‘Liebesmolekül’ bezeichnet wird. PEA gehört zu den biogenen Aminen und führt zu Wachheit und Fokus. Verantwortlich für die stimulierende Wirkung ist die begünstigte Freisetzung von Adrenalin und Noradrenalin. Somit kann uns Kakao in den bekannten ‘Flow-Zustand’ versetzen, in dem wir uns in Raum und Zeit verlieren und alles ausblenden, was um uns herum geschieht. Außerdem kann auch dieser Inhaltsstoff Gefühle der Anziehung und Euphorie hervorrufen, wie wir sie von einem Zustand des Verliebtseins kennen.

Wie du siehst, dient Kakao zu weit mehr als nur Nervennahrung. Mit seinen zahlreichen gesundheitsförderlichen Inhaltsstoffen gilt der natürliche Stimmungsaufheller berechtigterweise als edles Superfood für Körper, Geist, Seele und das Herz.

Quellen

Studien

Andújar, M.C., Recio, R.M. & Ríos J.L. (2012): Cocoa Polyphenols and Their Potential Benefits for Human Health.Oxidative Medicine and Cellular Longevity. Article ID 906252.DOI: https://doi.org/10.1155/2012/906252

Gratton, G., Weaver, S., Burley, C. et al. (2020): Dietary flavanols improve cerebral cortical oxygenation and cognition in healthy adults.Scientific Reports 10(19409). DOI:https://doi.org/10.1038/s41598-020-76160-9

Katz, D.L., Doughty, K. & Ali, A. (2011): Cocoa and Chocolate in Human Health and Disease.Antioxidants & Redox Signaling 15(10). 2779–2811. DOI:10.1089/ars.2010.3697

Rusconi, M. & Conti, A. (2010): Theobroma cacao L., the Food of the Gods: A scientific approach beyond myths and claims.Pharmacological Research 61(1). 5-13. DOI:https://doi.org/10.1016/j.phrs.2009.08.008

Serafini, M., Buqianesi, R., Maiani, G. et. al (2003): Plasma antioxidants from chocolate.Nature 424(1013). DOI: https://doi.org/10.1038/4241013a

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Veröffentlicht
03 Juni, 2022

Autor
Sacha Knoche

Lesedauer
4 Minuten

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Kakao in der Schwangerschaft & Stillzeit

Kakao in der Schwangerschaft

Kakao als Begleiterin der Schwangerschaft & Stillzeit

‘Ich habe ganz stark gespürt, wie mich die Kakaopflanze nährt, dass sie wie ein Lebenselixier für mich war. (…) Weil ich ja als Mutter (…) Space halte für mein Baby (…) fand ich es schön, eine Hüterin an meiner Seite zu haben, in diesem Fall die Kakaopflanze.’

Die Schwangerschaft – für viele Frauen eine Zeit, die einen ganz besonderen Zauber in sich trägt. Die Verbindung zum eigenen Körper intensiviert sich und die Fürsorge für sich selbst und das Kind haben oberste Priorität. Eine reichhaltige und ausgewogene Ernährung nimmt einen wichtigen Stellenwert ein, um dem Ungeborenen eine möglichst gute Entwicklung als Vorbereitung für das eigenständige Leben als Erdenbürger zu ermöglichen.

Während es viele wissenschaftlich belegte Erkenntnisse darüber gibt, welche Nährstoffe in der Zeit der Schwangerschaft und Stillzeit besonders essentiell sind für Mutter und Kind, wird über die Ratsamkeit einiger Lebensmittel immer wieder diskutiert.

Da zeremonieller Kakao ein zentraler Bestandteil unseres Lebens und Alltags ist und wir durch verschiedene Menschen immer wieder mit dem Thema Schangerschaft und Kakao in Kontakt kommen, lag es uns auf dem Herzen, uns mit diesem bislang wenig beleuchteten Thema tiefer auseinanderzusetzen. Um in die wissenschaftliche Perspektive der Thematik einzutauchen, haben wir uns zunächst verschiedene Studien angeschaut. Anschließend haben wir den direkten Kontakt zu schwangeren und stillenden Frauen gesucht, um sie zu ihren Erfahrungen mit dem Kakaokonsum zu befragen.

Wissenswertes aus ernährungswissenschaftlicher Perspektive

Ein häufiger Hemmfaktor für den Konsum von Kakao in der Schwangerschaft ist die Tatsache, dass er geringe Mengen Koffein enthält. Nimmt die Mutter während der Schwangerschaft Koffein zu sich, passiert dies die Plazenta und kann somit Einfluss auf das Befinden und die Entwicklung des Embryos nehmen. Außerdem dauert es im Körper einer Schwangeren länger, bis Koffein verstoffwechselt wird. Aus diesen Gründen wird oftmals dazu geraten, im Zeitraum der Schwangerschaft auf einen übermäßigen Koffeinkonsum zu verzichten.

Doch was genau bedeutet nun übermäßig? Wie viel Koffein ist für mich und mein Kind unbedenklich? Die Antwort der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit lautet: 200 mg Koffein pro Tag. Dies ist natürlich ein Richtwert und sollte entsprechend von Faktoren wie Körpergewicht, Sensibilität etc. individuell abgewägt werden.

Zur Einordnung: 200 mg Koffein entsprechen einer Menge von 400 ml Filterkaffee. Mit einer Tasse (200ml) unseres Suyana Ceremonial Blends kommt man auf gerade einmal 8 mg Koffein. Die genaue Menge hängt von der jeweiligen Kakaosorte ab und kann bei intensiveren Charakteren auf bis zu ca. 35 mg ansteigen (1).

Doch warum wirkt Kakao dann trotzdem anregend? Hierfür ist hauptsächlich der Wirkstoff Theobromin verantwortlich. Dieser Stoff wirkt zwar milder, dafür aber langanhaltend anregender als Koffein (2).

Wie Studien belegen, kann Theobromin sogar eine positive Wirkung auf Schwangere und Stillende haben. So zeigt eine Studie der Yale University, dass der Konsum von Theobromin in der Schwangerschaft mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für Präeklampsie (Bluthochdruck mit weiteren Nebenwirkungen wie Krampfanfällen) in Verbindung steht. Dieser Zusammenhang wird durch eine Studie von Saftglas et al. untermauert. So waren in einer vergleichenden Studie unter Schwangeren mit normalem Blutdruck mehr Menschen, die Schokolade konsumierten als in einer Gruppe mit Bluthochdruck-Problemen.

Weiterhin enthält Kakao viele für die Schwangerschaft besonders wichtige Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium, Magnesium, Zink, Phosphor sowie geringe Mengen an Folsäure und Jod (3, 4, 56). Er enthält viele der für Mutter und Kind essentiellen B-Vitamine sowie die Vitamine A, C, D und E (5).

Ausgehend von dieser Datengrundlage und unserem Fazit, dass dem mäßigen Konsum von Kakao in der Schwangerschaft aus wissenschaftlicher Perspektive grundlegend nichts entgegensteht, wollten wir von praktischen Erfahrungen zu Kakao in der Schwangerschaft und Stillzeit hören. Deshalb haben wir uns mit Frauen ausgetauscht, die bereits ihre eigenen Erlebnisse und Erkenntnisse hierzu sammeln durften.

Mit sieben Frauen im Gespräch

Insgesamt haben wir sieben Frauen zum Thema befragt. Einige von ihnen waren zum Zeitpunkt der Befragung noch schwanger, andere befanden sich bereits in der Stillzeit. Für alle Frauen war Kakao bereits vor ihrer Schwangerschaft ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens, sodass sie mit der Wirkung der Heilpflanze vertraut waren. Die Art und Weise, wie Kakao in den Alltag integriert wurde, unterschied sich ein wenig. Für einige der Frauen ist das Kakaotrinken wie schon vor der Schwangerschaft ein Alltagsritual geblieben, sodass sie täglich zum Start in den Tag oder zur bewussten Auszeit und Verbindung mit sich selbst, dem Herzen und dem Baby eine geringe oder mittlere Dosis Kakao zu sich genommen haben. Andere von ihnen haben ihr Kakao-Ritual nach intuitivem Empfinden etwa 2-4 mal in der Woche zelebriert. Eine der Frauen berichtete, dass sie das Trinken als besonders schön in Kombination mit Yoga und Meditationen zur Geburtsvorbereitung empfunden hat. Eine Frau hat sogar direkt vor und nach der Geburt Kakao getrunken. Eine andere von ihnen hat in den ersten Monaten der Schwangerschaft zunächst ein wenig Abstand von Kakao genommen, da sie keine große Lust mehr empfunden hat und die Wirkung für sie bereits nach 1-2 Schlücken stark spürbar war. Ab dem 6. Monat der Schwangerschaft hat sich dies jedoch gewandelt, sodass sie wieder regelmäßiger Kakao getrunken und ihn auch gut vertragen hat. Eine andere Frau erzählt ebenfalls, dass sich die Lust auf Kakao im Laufe der Schwangerschaft verändert hat. Sie hat stark auf ihre Intuition gehört und deshalb im letzten Trimester kaum Kakao getrunken, dafür aber vermehrt in den ersten Trimestern. Neben dem eigens kreierten Ritual haben einige der Frauen während ihrer Schwangerschaft zudem an gemeinsamen Kakaozeremonien in der Gruppe teilgenommen.

‘In der Schwangerschaft hatte ich sehr viel Lust auf Kakao (…), ich habe da total viel auf mich vertraut, auch was die Dosis angeht, ich hatte da überhaupt keine Zweifel, keine Ängste, dass das nicht zusammen geht – Kakao und Schwangerschaft – im Gegenteil, ich habe mich da sehr genährt gefühlt und hab die Dosis nach Gefühl gemacht, heißt: ich habe sie reduziert, ich hatte nicht das Gefühl, dass ich viel brauche, aber ich habe ihn regelmäßig zu mir genommen.’

Unterstützung durch Mama Kakao – Auswirkungen auf Körper & Geist

Die Teilnehmerinnen berichten, dass sie durch den Kakao sehr viel Energie und Lebendigkeit empfunden haben. Insbesondere in Phasen der Schlappheit und Müdigkeit diente Kakao als guter Nährstofflieferant, der wie ein “Lebenselixier” ein Gefühl des Genährtseins hervorrufen konnte. Nicht nur während der Schwangerschaft, auch in der Stillzeit konnte spürbar von den Nährstoffen profitiert werden, da man in der Zeit viel von sich gibt – Schlaf, Muttermilch und Liebe. Für eine Frau spielte der Kakao insbesondere eine Rolle dabei, sich mit aufkommenden Zweifeln und Ängsten auseinanderzusetzen, insbesondere zu Beginn der Schwangerschaft. In ihren Kakao-Ritualen konnte sie immer wieder in ihr Herz gehen und es öffnen, in einen tiefen Zustand der Meditation kommen, um Klarheit für sich und über ihre Situation zu finden und immer wieder in das Vertrauen zu gehen. Außerdem konnte sie aufkommendem Stress mit Ruhe begegnen, sich dem Alltag wappnen und so mehr Liebe und Herzlichkeit in ihren Familienalltag bringen. Zwei Frauen erzählen davon, dass der Kakao für mehr Klarheit, Erdung und Präsenz sorgen konnte und ein beruhigendes Gefühl gegeben hat. Auch eine gesteigerte Vitalität und Sinnlichkeit wurden genannt.

Zitate zum Thema:

‘Ein Herzöffner, der einfach glücklich macht und einen sehr schnell in eine positive Energie bringt.’

‘Kakao ist für mich die wärmende Umarmung am Morgen, durch die ich Kraft, positive Emotionen und Erdung erfahre. Vor allem in den transformativen, aber auch herausfordernden Monaten der Schwangerschaft und Stillzeit benötigen wir mehr denn je Weisheit und einen geöffneten Herzraum. Dies hat mir Kakao gegeben, wann immer ich es gebraucht habe. Er hat mir Kraft, Wärme, Liebe, Energie, positive Gedanken, Nährstoffe und Gleichgewicht gegeben. Eine echte Medizin der Seele eben.‘

‘Ich merke, dass ich da durch den Kakao einfach noch ein bisschen mehr in meine Fülle und meine Kraft komme, aber auch die Verbindung zum Herzen wird immer super stark, also von daher die Herzverbindung und auch die Verbindung zu dem Baby, weil man spürt ja schon den Herzschlag des Babys.’

‘Hier auch meine Ermutigung an andere stillende Frauen, sich die Minuten am Morgen zu nehmen und mit Kakao zu verbinden. Und auch keine Angst vor aufgedrehten Babys haben, denn bis zu 200 ml koffeinhaltige Getränke am Tag, am besten während oder direkt nach dem Stillen, sind unproblematisch. Beobachtet natürlich die Reaktionen eurer Kleinen.’

Wirkungsweise im Vergleich zu vor der Schwangerschaft

Die Wirkungsweise des Kakaos war für viele der Frauen vergleichbar mit der Wirkung vor der Schwangerschaft/ Stillzeit. Jedoch herrscht Einigkeit darin, dass sie sensibler reagiert haben und den Kakao schneller gespürt haben. Demnach haben sie automatisch weniger Kakao zu sich genommen, um eine ähnlich starke Wirkungsweise wie vor dieser besonderen Zeit zu erfahren. Eine der Frauen teilte, dass sie ein starkes Gefühl hatte, sich in der Schwangerschaft von der Kakaopflanze begleiten zu lassen. Ihre Intention war außerdem eine andere; ihr Herz sei bereits sehr offen gewesen und zu ihren Gefühlen habe sie schon einen guten Zugang gehabt. Sie ergänzt:

‘Sie hat mir nochmal mehr ein Gefühl des Halts und Genährtseins gegeben, weil ich ja als Mutter in dem Moment, wo ich schwanger bin, schon Space halte für mein Baby, das Baby trage und hüte und da fand ich es schön, eine Hüterin an meiner Seite zu haben, in diesem Fall die Kakaopflanze.’

Zur Verbundenheit

Einige der Frauen berichteten, dass Kakao die Verbindung zu ihrem Kind nicht spürbar verändert habe, da sie ohnehin schon sehr stark da war. Die Frauen erzählen, dass ihnen Kakao ihnen das bekannte Gefühl der Wohligkeit gegeben hat und sie sich sicher sind, dass ihr Kind dies wahrgenommen hat. Kleine Kakao-Rituale für sich selbst wurden als sehr wertvoll erachtet – für Mutter und Kind. Drei der Frauen meinen, dass der Kakao das Gefühl zu ihrem Kind sehr stark im positiven Sinne beeinflusst hat. Sie konnten sich besser mit ihrer Rolle als Mutter und ihrer Bedeutung verbinden, dabei mit sich selbst im Reinen sein und sich dem Lebewesen in sich noch mehr öffnen. So sei nicht nur die Verbindung zum eigenen Herzen, sondern auch die Verbindung zum Herzen des Kindes deutlich intensiver geworden.

Zitat einer Frau auf die Frage “Hattest du das Gefühl, dass der Kakao die Verbindung zwischen dir und deinem Kind beeinflusst hat?”

‘Absolut. Das ist der Grund, warum ich jeder Frau empfehlen würde, Kakao in der Schwangerschaft zu trinken. Weil es eine total tiefe Verbindung geschaffen hat. Und ich auch teilweise das Gefühl hatte, total intensiv Sachen zu empfangen, die ihn (ihren Sohn) betreffen und natürlich gab es für mich auch Momente, wo Zweifel aufkamen. Und da hat es mir super geholfen, mit dem Kakao das Vertrauen zu finden und ihn auch so zu spüren. Auch in gewisser Weise mit mir zu reden, zu kommunizieren. Und ihm auch ganz viel zufließen zu lassen, was ich ihm mitgeben wollte. Ja, ich denke schon, dass das unsere Beziehung auch schon in der Schwangerschaft intensiviert hat.’

Mama Kakao als Geburtsbegleiterin

Eine der Frauen hat während ihrer Geburt gemeinsam mit ihrem Partner Kakao getrunken. Ihre Geburt hat sich über zwei Tage und Nächte gezogen und der Kakao habe ich in dieser Zeit geholfen, sie emotional stärker zu machen. Eine andere Frau hat zeremoniellen Kakao mit Zimt, Kardamom und Cayennepfeffer mit in die Geburtsklinik genommen, da diese Gewürze als wehenfördernd gelten. Da während der Geburt jedoch alles ‘geflowt’ hat und sie ‘in ihrer Natur perfekt war’ und sie nicht intervenieren wollte, ist es bei der räumlichen Anwesenheit des Kakaogeistes geblieben.

Eine andere Frau hat sich an dem Morgen, als ihre Wehen begannen, einen Kakao zubereitet. Sie hat jedoch nur wenige Schlücke getrunken, da es sich für sie dann doch nicht richtig stimmig angefühlt hat.

Direkt nach der Geburt wurden von den Frauen keine Erfahrungen mit dem Konsum von Kakao gemacht. Eine der Frauen erklärt hierzu, dass sie das erste Bonding mit ihrem Kind sowie ihre Hormonumstellungen nicht beeinflussen wollte und somit die erste Zeit nach der Geburt auf Kakao verzichtet hat. Diese Zeit sei ohnehin von so viel Zauber, Neubeginn und Wachstum geprägt, dass sie einfach nur bewusst zulassen und spüren wollte.

Appetit & Kontraindikationen

Während die Lust auf Kakao bei einigen der Frauen während der Schwangerschaft gleichbleibend war, war sie bei den meisten eher geringer oder wechselhaft. So war die Lust auf Kakao bei einer der Frauen im ersten Trimester sehr gering, während sie im zweiten und dritten etwas moderater wurde. Auch in der Stillzeit ist ihre Lust auf Kakao nach wie vor eher mittelmäßig. Eine der Frauen teilt, dass sie gerade während der Schwangerschaft mehr Lust auf Kakao hat und den Wunsch verspürt, die Pflanzenenergie des Kakaos einzuladen. Außerdem wurde erwähnt, dass das Trinken von Kakao Gelüsten nach Süßigkeiten sowie Morgenübelkeit entgegenwirken konnte. Die Frauen sind sich generell einig, dass der Kakao ihnen und ihrem Kind als großartiger Nährstofflieferant gedient hat.

Den Frauen sind keinerlei Kontraindikationen in Zusammenhang mit dem Konsum von Kakao aufgefallen; im Gegenteil, sie haben die Kombination von Kakao mit der Zeit der Schwangerschaft und Stillzeit als sehr kompatibel und gut möglich empfunden.

Abschließende Worte

Zusammenfassend würde ich sagen:
Kakao war für mich in der Schwangerschaft/ Stillzeit eine Begleiterin, die…

‘…eine große Unterstützung und eine wunderschöne Begleiterin dieser Zeit war. Gerade in dieser Zeit, da es für mich eine sehr weibliche Pflanze ist, die auch nochmal sehr unterstützt, da in dieses hüten zu gehen, in dieses sich kümmern, das Baby nähren auf so vielen Ebenen. Ich finde es so wertvoll als Frau und Mutter, da auch begleitet, genährt und gehütet zu werden.’

‘…mir Kraft und Erdung geschenkt hat.’

‘…mir sehr viel Entspannung, Liebe und Herzöffnung geschenkt hat und mich sehr schön durch die Schwangerschaftszeit und Stillzeit getragen hat und trägt.’

‘…mich besänftigt, mir Kraft schenkt, mich innerlich streichelt und verwurzelt.’

‘…mir geholfen hat, mich auf diese neue Passage im Leben vorzubereiten.’

‘…mich einfach mit meiner wahren Essenz, mit meinem Herzen, mit meiner Kraft und Lebensfreude verbindet und dementsprechend auch diese ursprüngliche Verbindung zu meinem Körper und zu dem Baby verstärkt und ich dadurch einfach total in die Liebe komme.’

‘Eine tolle Begleiterin, die schön aktiviert und nach schlaflosen Nächten Energie gibt. Außerdem ist es für die Mama und das Kind wunderbar, wenn die Mama mit dem Herzen verbunden ist, vor Freude strahlt und das Kind mit Cacaocita-Liebe nährt.’

Weitere Ergänzungen

‘Ich denke, es sollte mehr über das Thema aufgeklärt werden, weil ich schon von mehreren Frauen bei Kakaozeremonien gehört habe, dass ich auf gar keinen Fall Kakao trinken sollte, dass er anregend ist, genau wie Kaffee, und dass es gefährlich für das Baby sein kann, Kakao zu trinken. Ich habe mich zwar in das Thema eingelesen, aber habe zugleich den Eindruck, dass ich da ganz auf meinen Körper hören darf. Auf das, was mir gut tut. Wenn es mir gut tut, denke ich nicht, dass es schlecht für das Baby sein kann. Ich habe selbst erfahren, dass bei Menschen in Zentral- & Südamerika, die viel mit Kakao arbeiten, auch die Schwangeren Kakao bekommen und es dort absolut kein Problem darstellt. Von daher fände ich es schön, wenn da noch mehr Aufklärung stattfinden würde, damit schwangere Frauen erkennen, dass sie Kakao ruhig integrieren dürfen. Dass es nichts gefährliches ist, eigentlich das Gegenteil, dass es so heilsam sein kann und so viele positive Auswirkungen hat.’

‘Ich habe während meiner Schwangerschaft keinen Kakao getrunken, da ich gehört habe, dass dies negative Auswirkungen auf das Baby haben kann. Mit meinem jetzigen intuitiven Wissen (nach der Schwangerschaft) würde ich allerdings in der nächsten Schwangerschaft definitiv zeremoniellen Kakao trinken.’

Zu diesen wunderschönen, abschließenden Worten möchte ich nicht mehr allzu viel hinzufügen. Die Erfahrungen der Frauen haben gezeigt, dass Mama Kakao eine wunderbare, nährende Begleiterin in der Schwangerschaft und Stillzeit sein kann. Intuitiv auf den Körper zu hören ist dabei natürlich gerade in dieser Zeit von besonderer Bedeutung. Die innere Stimme wurde von den befragten Frauen jedoch gerade zu dieser Zeit als besonders stark und klar empfunden. In diesem Sinne möchten wir Frauen ermutigen, auch während der Schwangerschaft und Stillzeit auf die Weisheit ihres Körpers zu vertrauen und zu lauschen, was ihm und ihrem Kind gut tut.

Veröffentlicht
05 Oktober, 2022

Autorin

Hanna Krause

Lesedauer
8 Minuten

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Roher Kakao – ein Mythos?

Zeremonieller Kakao

Roher Kakao – ein Mythos?

Bietet Rohkakao wirklich so viel mehr für uns und unsere Gesundheit als andere Formen herkömmlichen Kakaos?

Ist der Hype um das Superfood und seine zeremonielle Verwendung wirklich berechtigt? Und warum eigentlich der Name ‚Roh‘? Diese Fragen kamen auch in uns auf, als wir das erste Mal mit zeremoniellem Kakao in Kontakt kamen. Sie haben an dieser Stelle auch ihre volle Berechtigung – wir möchten für Transparenz sorgen, damit du dir dein eigenes Bild machen kannst.

Um zu verstehen, warum im Sprachgebrauch zwischen ‘normalem’ und ‘rohem’ Kakao unterschieden wird, schauen wir uns zunächst einmal in Kürze den Herstellungsprozess der Kakaomasse an. Nach der händischen Ernte der Kakaofrüchte werden diese geöffnet und die Kakaosamen, beziehungsweise -bohnen entnommen. Anschließend werden sie samt ihrem Fruchtfleisch für die Fermentation in große Gefäße gegeben. Die Hitze, die in den tropischen Anbauregionen vorherrscht, gepaart mit dem hohen Zuckergehalt des Fruchtfleisches, sorgen für die Gärung der Masse. Der Alkohol, der bei diesem Prozess entsteht, verhindert die Keimung der Samen. Durch diesen Produktionsschritt verlieren die Bohnen an Bitterkeit und sie erhalten ihr klassisches, volles Kakaoaroma. In einem nächsten Schritt werden die Bohnen getrocknet, um sie haltbar zu machen. Am natürlichsten und energiesparendsten ist hier ein Vorgehen, bei dem die Bohnen direkt unter den Sonnenstrahlen oder in großen, luftigen Räumen trocknen.

Bereits bis zu diesem Verarbeitungsschritt sind die Kakaobohnen auf natürliche Weise Hitze ausgesetzt. Zum einen erreicht die fermentierte Masse durch das Gären Temperaturen von bis zu 50°C, zum anderen kann bei der natürlichen Trocknung durch die Sonne keine Temperatur-Obergrenze gewährleistet werden.

Viele AnbieterInnen von zeremoniellem Kakao geben an, dass dieser roh und somit ungeröstet ist. Diese Betitelung soll auf einen maximalen Erhalt an Nährstoffen und somit auf höchstmögliche gesundheitliche Vorteile schließen. Die Bezeichnung von Lebensmitteln als ‘roh’ ist jedoch nicht rechtlich geschützt und unterliegt somit keinen spezifischen Auflagen. Im üblichen Sprachgebrauch meint man mit der Bezeichnung ‘Rohkost’ Lebensmittel, welche die Marge von 42-47°C nicht überschritten haben. Wie an dieser Stelle nun ersichtlich wird, kann dieses Versprechen für die übliche Kakaomassenherstellung nicht eingehalten werden. Noch deutlicher wird dieser Widerspruch anhand des sich anschließenden Produktionsschrittes, das Rösten.

Das Rösten des Kakaos, bei dem Temperaturen von 100-150°C entstehen, sorgt für neue Aromaverbindungen, die dem Kakao sein uns vertrautes Aroma verleihen und ihn überhaupt erst genießbar machen. Außerdem wird hierdurch sichergestellt, dass die mikrobielle Keimbelastung des Kakaos reduziert wird. Ein alternatives Vorgehen, durch das die Keime abgetötet werden können, ist ein sterilisierendes Dampfbad. Wird sich für dieses Vorgehen entschieden, um den Kakao gesundheitlich unbedenklich nutzen zu können, werden ebenfalls Temperaturen von über 100°C erreicht.

Häufig liest man, die Erhitzung des Kakaos über 47°C hinaus würde mit einem Verlust seiner Nährstoffe einhergehen. Hierzu gehöre auch das Flavonoid Epicatechin, dem diverse gesundheitlich positive Wirkungen nachgesagt werden. Durch Eigenrecherche fanden wir heraus, dass der Anteil des Flavonoids Epicatechin bei einer Erhitzung über 70°C zurück geht. Die Erreichung dieser Kerntemperatur ist für die Herstellung eines für den Verzehr geeigneten Kakaos jedoch wie beschrieben unumgänglich. Weiterhin sind wir auf verschiedene Quellen (1; 2) gestoßen, die belegen, dass die gesundheitlichen Vorteile des Kakaos durch die Röstung (abhängig von der Temperatur & Dauer) aufgrund eines Anstiegs der Flavonoide sogar verstärkt werden können. Letztlich ist es vor allem das Dutching-Verfahren, bei dem der Gehalt der Flavonoide Catechin und Epicatechin nachweislich auf bis zu 20%, beziehungsweise 2% herabsinkt. Dieses Verfahren findet bei konventionellen Kakaoprodukten Anwendung. Wir gewährleisten jedoch eine minimale Verarbeitung des Kakaos, sodass auf diesen Schritt bewusst verzichtet wird.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass der Begriff ‘Rohkakao’ nicht darauf schließen lässt, dass seine Rohform bewahrt wurde. Bereits durch natürliche Temperatureinflüsse kann eine Kerntemperatur von maximal 47°C meist nicht eingehalten werden. Hinzu kommt, dass bei vielen ProduzentInnen oftmals die Transparenz im Produktionsprozess fehlt, um sichere Aussagen über die genauen Verarbeitungsschritte und -bedingungen treffen zu können.

Anders als es in der Massenindustrie vermehrt der Fall ist, wo eine starke Erhitzung des Kakaos bis hin zur Verbrennung keine Seltenheit sind, werden unsere Kakaobohnen schonend geröstet, wie es auch die die indigenen Völker Mittel- und Südamerikas seit jeher machen.

Aus Liebe zur Umwelt empfehlen wir, Kakao stets mit veganen Milchalternativen zuzubereiten. Des Weiteren weisen Forschungsergebnisse (siehe Serafini et al. 2003) darauf hin, dass Milch die Aufnahme der im Kakao enthaltenen Antioxidantien beeinträchtigen kann und somit potenzielle gesundheitliche Vorteile verringert oder unterbunden werden können.

Wir hoffen, durch diesen Beitrag ein wenig mehr Klarheit in die Rohkakao-Thematik gebracht zu haben. Falls du über Forschungsprojekte oder Studien weißt, die unseren Wissensschatz in dieser Hinsicht erweitern könnten, freuen wir uns natürlich jederzeit über deine Kontaktaufnahme.


Quellen

Studien

Payne, M.J., Hurst, W.J., Miller, K.B. et al. (2010): Impact of Fermentation, Drying, Roasting, and Dutch Processing on Epicatechin and Catechin Content of Cacao Beans and Cocoa Ingredients. Journal of Agricultural and Food Chemistry (58) 19. 10518–10527. DOI: https://doi.org/10.1021/jf102391q

Penn State (2018): Cocoa bean roasting can preserve both chocolate health benefits, taste. ScienceDaily. Verfügbar unter: www.sciencedaily.com/releases/2018/04/180404163629.htm

Serafini, M., Bugianesi, R., Maiani, G. et al. (2003): Plasma antioxidants from chocolate. Nature 424(1013). DOI: https://doi.org/10.1038/4241013a

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Veröffentlicht
11 August, 2022

Autorin
Hanna Krause

Lesedauer
4 Minuten

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