Kakao als Superfood

Kakao als Superfood

EIN WAHRES SUPERFOOD IN VIELERLEI HINSICHT

Viele Menschen kennen ihn primĂ€r aus zuckersĂŒĂŸen Pulvermischungen, die mit Kakao letztlich nur noch wenig zu tun haben.

Betrachtet man Kakao jedoch in seiner puren, ursprĂŒnglichen Form, erkennt man, welches Potenzial sich hinter der Wunderbohne verbirgt. Ein Kakao als Superfood in vielerlei Hinsicht. Dass er eine hervorragende Nahrung fĂŒr strapazierte Nerven und schwere Herzen ist, hast du vielleicht schon selbst erfahren. Doch das ist lĂ€ngst nicht alles – UreinwohnerInnen Zentral- und SĂŒdamerikas erkannten das immense Potenzial von Kakao bereits vor hunderten von Jahren und machten als Medizin fĂŒr mentale und körperliche Gesundheit von ihm Gebrauch.

Wenn von den gesundheitlichen Wirkungsweisen des Kakaos gesprochen wird, kommt es natĂŒrlich zunĂ€chst einmal auf die Art des Kakao als Superfood, beziehungsweise seine Zubereitung und Form der Verarbeitung an. Dieser Artikel bezieht sich auf hochwertigen zeremoniellen Kakao in seiner puren Form – biologisch angebaut, schonend hergestellt und ohne Anreicherung von Zucker. UrsprĂŒnglich und rein, wie du ihn auch in unserem Shop erhĂ€ltst. Herkömmliche Kakaos enthalten oft große Mengen an beigemengtem Zucker, was ihn zur sĂŒĂŸen SĂŒnde macht. In natĂŒrlicher Form ist er jedoch ein reichhaltiges und sehr komplexes Lebensmittel mit rund 300 verschiedenen Inhaltsstoffen. Was genau zeremoniellen Kakao als Superfood von konventionellem Kakao unterscheidet erfĂ€hrst du in diesem Artikel.

EINE GLÜCKSELIGE BEREICHERUNG

Eine besonders wichtige, mehrfach ungesĂ€ttigte FettsĂ€ure im Kakao ist Anandamid. Ihre entspannende und stimmungsaufhellende Wirkungsweise wird mit der von Cannabis verglichen. Die Substanz kommt auch auf natĂŒrliche Weise im menschlichen Gehirn vor und sorgt fĂŒr ein wohliges GefĂŒhl von Heimat und GlĂŒck. Daher also auch der Name: ‘Anandamid’ leitet sich aus der vedischen Sprache Sanskrit von ‘ananda’ ab und bedeutet so viel wie ‘GlĂŒckseligkeit’.

Außerdem enthĂ€lt Kakao auf natĂŒrliche Weise MAO-Hemmer, die eine antidepressive Wirkung haben. Monoaminoxidasen (MAO) sind Enzyme, die fĂŒr den Abbau von Neurotransmittern wie Serotonin, Dopamin und Adrenalin sorgen. WĂ€hrend Serotonin als GlĂŒckshormon bekannt ist, haben Dopamin und Adrenalin eine anregende Wirkung auf den Körper, was in den vorzufindenden Mengen ebenfalls eine positive Wirkung auf den GemĂŒtszustand ausĂŒbt. Wird der Abbau dieser Hormone also gedĂ€mmt, werden die hervorgerufenen GefĂŒhle lĂ€nger aufrechterhalten. Mit zunehmendem Alter werden die Enzyme (MAO) immer aktiver, sodass die Neurotransmitter frĂŒher abgebaut werden und ihr Spiegel sinkt. Dies kann Depressionen, schlechte Laune und einen vorzeitigen Alterungsprozess zur Folge haben.

QUELLE ZAHLREICHER SEKUNDÄRER PFLANZENSTOFFE

Kakao enthÀlt zahlreiche gesundheitsförderliche und stimulierende sekundÀre Pflanzenstoffe wie Antioxidantien, AminosÀuren und Alkaloide.

Antioxidantien schĂŒtzen den Körper, indem sie freie Radikale im Körper reduzieren. Diese wĂŒrden fĂŒr oxidativen Stress sorgen und werden mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und verfrĂŒhten Alterungsprozessen in Verbindung gebracht.

Durch die Antioxidantien erweitern sich die Arterien, die Durchblutung wird gefördert und das Herz und Kreislaufsystem werden geschĂŒtzt. Weiterhin wurde herausgefunden, dass Kakao die Oxidation von LDL, dem sogenannten ‘schlechten Cholesterin’ senken kann. Wichtig ist in diesem Kontext, dass der Kakao vegan zubereitet wird, denn die Zugabe von Milchprodukten. hemmt die Wirkung der Antioxidantien oder hebt sie sogar vollstĂ€ndig auf. Als möglichen Grund hierfĂŒr nennen ForscherInnen, dass sich aus der Kombination der Flavonoide des Kakaos und den Milchproteinen Komplexe bilden, welche die Aufnahme ins Blut erschweren und somit die biologische VerfĂŒgbarkeit fĂŒr den Körper herabsetzen.

Besonders bedeutsame Antioxidantien im Kakao sind Flavonoide, eine Untergruppe der Polyphenole. Hiervon sind im Kakao nĂ€mlich mehr enthalten als in jeglichen anderen Lebensmitteln. Die Menge ist sogar ein Vielfaches von der, die in Blaubeeren und grĂŒnem Tee zu finden ist. Flavonoiden wird zugeschrieben, den Blutdruck zu senken, das GedĂ€chtnis zu fördern und der Einlagerung von Fett entgegenzuwirken. Auch gegen EntzĂŒndungen sollen sie wirksam sein.

Aufnahme der AminosÀuren

Die Aufnahme der enthaltenen AminosĂ€uren wird durch ihre im Kakao vorzufindende Zusammensetzung optimal ermöglicht. Einige der AminosĂ€uren nehmen eine besondere Rolle als Neurotransmitter ein. Hierzu gehören Endorphine, Dopamin, Tryptophan und Phenylethylamin. Tryptophan reagiert unter Anwesenheit von Magnesium im Körper mit ausgewĂ€hlten Vitaminen, um Serotonin zu produzieren. Dieses GlĂŒckshormon kann AngstzustĂ€nde vermindern und die Stressresilienz erhöhen. Es gehört zu den wichtigsten Hormonen fĂŒr den Körper, ist essentiell fĂŒr das eigene Wohlbefinden und regelt den Tag-Nacht-Rythmus, sodass wir nachts ruhig schlafen können und tagsĂŒber wach und energetisch sind.

Weiterhin ist die braune Bohne reich an Alkaloiden wie Koffein und Theobromin, die geistig anregend wirken und auch die körperliche LeistungsfĂ€higkeit steigern können. Der genaue Gehalt an Koffein und Theobromin variiert je nach Sorte. Koffein wirkt bekanntlich stark anregend, fördert die Konzentration und das Reaktionsvermögen. Außerdem wird MĂŒdigkeit entgegengewirkt, Schmerzen werden gehemmt, der Stoffwechsel wird angeregt und der Blutdruck erhöht sich. Theobromin ist jedoch zu signifikant grĂ¶ĂŸeren Anteilen als Koffein enthalten. Hierbei handelt es sich um ein Alkaloid, das zu einer sanfteren und lĂ€nger anhaltenden Energieversorgung fĂŒhrt. Zwar kann auch Theobromin zu mehr geistigem Fokus und Wachsamkeit fĂŒhren, gleichzeitig kann es jedoch den Blutdruck senken, dabei helfen, innere Ruhe einkehren zu lassen und einen erholsamen Schlaf ermöglichen.

Kakao als Superfood

KAKAO ALS SUPERFOOD BIETET SOGAR EINE REICHHALTIGKEIT AN VITAMINEN

Kakao enthĂ€lt vieleVitamine des B-Komplexeswie Niacin (B3), PantothensĂ€ure (B5), Thiamin (B1), Riboflavin (B2) und Pyridoxin (B6). Sie helfen der Regeneration und dem Aufbau von Muskeln, sind fĂŒr die Synthese von Enzymen verantwortlich und tragen zur Funktion des Nervensystems bei. Außerdem spielen sie eine wichtige Rolle fĂŒr Stoffwechselprozesse.

Weitere enthaltene Vitamine sind C und E. Vitamin E hat eine antioxidative Wirkung und schĂŒtzt den Körper vor sogenannten freien Radikalen. Vitamin C (AscorbinsĂ€ure) ist ein essentieller Stoff fĂŒr den Körper, den er nicht selbst herstellen kann.

SOGAR AN MINERALIEN BIETET DER KAKAO AN

Weiterhin ist Kakao ein hervorragender Lieferant fĂŒr Mineralien wie Selen, Magnesium, Kalzium, Eisen, Kalium, Zink und Mangan, weshalb sich derKakao als Superfood perfekt eignet.

Kakao gilt als einer DER pflanzlichen Lieferanten fĂŒr Magnesium. Pro 100g Kakao sind bis zu 500mg Magnesium enthalten. Ein wichtiger Stoff fĂŒr die Funktion von Muskeln und die Gehirnleistung. Die physische FlexibilitĂ€t kann erhöht, KrĂ€mpfe gelindert und Menstruationsbeschwerden vorgebeugt werden. Außerdem ist das alkalische Mineral wichtig fĂŒr die Remineralisierung der Knochen und unterstĂŒtzt psychisches Wohlbefinden. Da Magnesium ferner fĂŒr die Bildung roter Blutkörperchen und den Energiestoffwechsel wichtig ist, fĂŒhrt ein Mangel oftmals zu MĂŒdigkeit, Übelkeit, MuskelkrĂ€mpfen und auf lange Dauer zu erhöhtem Osteoporoserisiko und AnĂ€mie.

AuchKalziumist in besonders hohem Maße enthalten, etwa 160mg stecken in 100g Kakao. Kalzium ist wichtig fĂŒr die Knochenbildung, reguliert die Übertragung von Nervenimplusen sowie die Kontraktion der Muskeln und fördert ein gesundes Herz-Kreislauf-System. Insbesondere fĂŒr SportlerInnen ist auf eine genĂŒgende Kalziumzufuhr Acht zu geben, da es bei körperlicher Hochleistung in hohem Maße verbraucht wird und fĂŒr die Regeneration von großer Bedeutung ist. Besonders Frauen sollten auf eine ausreichende Kalzium Zufuhr Acht geben, da es das prĂ€menstruelle Syndrom (PMS) lindern kann und das in der Menopause erhöhte Osteoporoserisiko senkt.

Eisenist ein weiteres fĂŒr den Körper wichtiges Mineral, das in Kakao vorkommt. Mit 100g Kakao kommt man auf ganze 7,3mg. Eisen ist essentiell fĂŒr die Atmung der Zellen, den Sauerstofftransport und somit auch fĂŒr die Energiebereitstellung. Wer an Eisenmangel leidet, zeigt hĂ€ufig Symptome wie MĂŒdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme. Da Eisen optimalerweise mit Vitamin C eingenommen werden sollte, bietet Kakao eine hervorragende biologische VerfĂŒgbarkeit. Auch dieser Mineralstoff ist fĂŒr Frauen von besonderer Wichtigkeit, da durch die Periode ein erhöhter Eisenbedarf vorliegt.

IST DER KAKAO ALS SUPERFOOD EIN FETTREICHER DICKMACHER?

Nimmt man das vorgeblicheKakao als Superfood in seiner puren, schonend verarbeiteten Form genauer unter die Lupe, fĂ€llt zunĂ€chst der große Anteil an Fett ins Auge, der rund 54% des Kakaos ausmacht. Der Grund hierfĂŒr liegt in der Besonderheit von zeremoniellem Kakao. HierfĂŒr wird die ganze Kakaobohne verwendet wird, darunter auch die wertvolle Kakaobutter. Diese ist ein sehr wertvoller Inhaltsstoff, denn in ihr befinden sich jede Menge AminosĂ€uren und Vitamine.

Mit einem großen Anteil von rund 40% sind die enthaltenen Fette einfach oder mehrfach ungesĂ€ttigt. Hierunter fallen auch die wertvollen Omega 3 und – 6 FettsĂ€uren. Diese Fette haben eine positive Wirkung auf den Cholesterinspiegel und können zu einer gesunden Herzfunktion beitragen. Außerdem sind sie gut fĂŒr stabile Nerven und wirken sich positiv auf die kognitive LeistungsfĂ€higkeit aus. Ein besonders interessanter Aspekt im Kontext der enthaltenen FettsĂ€uren: einige von ihnen haben eine appetithemmende Wirkung und regen die Fettverbrennung an. Sie sollen deshalb nicht nur das Herz-Kreislauf-System schĂŒtzen, sondern werden auch bei Abnehmwunsch empfohlen.

Gleiches gilt fĂŒr die enthaltenen Bitterstoffe, auch sie hemmen den Appetit. Sie koppeln sich an Darmzellen an, wo das körpereigene GLP-1 Hormon produziert wird, welches fĂŒr ein natĂŒrliches SĂ€ttigungsgefĂŒhl sorgt. Auch Heißhungerattacken kann durch Bitterstoffe vorgebeugt werden. Eine weitere positive Wirkungsweise ist, dass diese Stoffe die Produktion von Magen- und Gallensaft anregen, sodass die Verdauung gefördert wird. Weiterhin wird die Ausscheidung von Bakterien und Viren aus dem Verdauungstrakt begĂŒnstigt. Zudem wird die BauchspeicheldrĂŒse aktiviert, die fĂŒr die Produktion des blutzuckerregulierenden Hormons Insulin verantwortlich ist.

EIN BISSCHEN VERLIEBT SEIN 

Ein weiterer spannender Punkt ist, dass Theobromin dazu beitrĂ€gt, dass Endorphine ausgeschĂŒttet werden. Dies sind GlĂŒckshormone, die auch von Verliebten ausgestoßen werden und fĂŒr ein GefĂŒhl der Euphorie und GlĂŒckseligkeit sorgen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Inhaltsstoff Phenylethylamin (PEA), der auch als ‘LiebesmolekĂŒl’ bezeichnet wird. PEA gehört zu den biogenen Aminen und fĂŒhrt zu Wachheit und Fokus. Verantwortlich fĂŒr die stimulierende Wirkung ist die begĂŒnstigte Freisetzung von Adrenalin und Noradrenalin. Somit kann uns Kakao in den bekannten ‘Flow-Zustand’ versetzen, in dem wir uns in Raum und Zeit verlieren und alles ausblenden, was um uns herum geschieht. Außerdem kann auch dieser Inhaltsstoff GefĂŒhle der Anziehung und Euphorie hervorrufen, wie wir sie von einem Zustand des Verliebtseins kennen.

Wie du siehst, dient Kakao zu weit mehr als nur Nervennahrung. Mit seinen zahlreichen gesundheitsförderlichen Inhaltsstoffen gilt der natĂŒrliche Stimmungsaufheller berechtigterweise als edles Superfood fĂŒr Körper, Geist, Seele und das Herz.

Quellen

Studien

AndĂșjar, M.C., Recio, R.M. & RĂ­os J.L. (2012): Cocoa Polyphenols and Their Potential Benefits for Human Health.Oxidative Medicine and Cellular Longevity. Article ID 906252.DOI: https://doi.org/10.1155/2012/906252

Gratton, G., Weaver, S., Burley, C. et al. (2020): Dietary flavanols improve cerebral cortical oxygenation and cognition in healthy adults.Scientific Reports 10(19409). DOI:https://doi.org/10.1038/s41598-020-76160-9

Katz, D.L., Doughty, K. & Ali, A. (2011): Cocoa and Chocolate in Human Health and Disease.Antioxidants & Redox Signaling 15(10). 2779–2811. DOI:10.1089/ars.2010.3697

Rusconi, M. & Conti, A. (2010): Theobroma cacao L., the Food of the Gods: A scientific approach beyond myths and claims.Pharmacological Research 61(1). 5-13. DOI:https://doi.org/10.1016/j.phrs.2009.08.008

Serafini, M., Buqianesi, R., Maiani, G. et. al (2003): Plasma antioxidants from chocolate.Nature 424(1013). DOI: https://doi.org/10.1038/4241013a

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Veröffentlicht
03 Juni, 2022

Autor
Sacha Knoche

Lesedauer
4 Minuten

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Kakao in der Schwangerschaft & Stillzeit

Kakao in der Schwangerschaft

Kakao als Begleiterin der Schwangerschaft & Stillzeit

‘Ich habe ganz stark gespĂŒrt, wie mich die Kakaopflanze nĂ€hrt, dass sie wie ein Lebenselixier fĂŒr mich war. (…) Weil ich ja als Mutter (…) Space halte fĂŒr mein Baby (…) fand ich es schön, eine HĂŒterin an meiner Seite zu haben, in diesem Fall die Kakaopflanze.’

Die Schwangerschaft – fĂŒr viele Frauen eine Zeit, die einen ganz besonderen Zauber in sich trĂ€gt. Die Verbindung zum eigenen Körper intensiviert sich und die FĂŒrsorge fĂŒr sich selbst und das Kind haben oberste PrioritĂ€t. Eine reichhaltige und ausgewogene ErnĂ€hrung nimmt einen wichtigen Stellenwert ein, um dem Ungeborenen eine möglichst gute Entwicklung als Vorbereitung fĂŒr das eigenstĂ€ndige Leben als ErdenbĂŒrger zu ermöglichen.

WĂ€hrend es viele wissenschaftlich belegte Erkenntnisse darĂŒber gibt, welche NĂ€hrstoffe in der Zeit der Schwangerschaft und Stillzeit besonders essentiell sind fĂŒr Mutter und Kind, wird ĂŒber die Ratsamkeit einiger Lebensmittel immer wieder diskutiert.

Da zeremonieller Kakao ein zentraler Bestandteil unseres Lebens und Alltags ist und wir durch verschiedene Menschen immer wieder mit dem Thema Schangerschaft und Kakao in Kontakt kommen, lag es uns auf dem Herzen, uns mit diesem bislang wenig beleuchteten Thema tiefer auseinanderzusetzen. Um in die wissenschaftliche Perspektive der Thematik einzutauchen, haben wir uns zunĂ€chst verschiedene Studien angeschaut. Anschließend haben wir den direkten Kontakt zu schwangeren und stillenden Frauen gesucht, um sie zu ihren Erfahrungen mit dem Kakaokonsum zu befragen.

Wissenswertes aus ernÀhrungswissenschaftlicher Perspektive

Ein hĂ€ufiger Hemmfaktor fĂŒr den Konsum von Kakao in der Schwangerschaft ist die Tatsache, dass er geringe Mengen Koffein enthĂ€lt. Nimmt die Mutter wĂ€hrend der Schwangerschaft Koffein zu sich, passiert dies die Plazenta und kann somit Einfluss auf das Befinden und die Entwicklung des Embryos nehmen. Außerdem dauert es im Körper einer Schwangeren lĂ€nger, bis Koffein verstoffwechselt wird. Aus diesen GrĂŒnden wird oftmals dazu geraten, im Zeitraum der Schwangerschaft auf einen ĂŒbermĂ€ĂŸigen Koffeinkonsum zu verzichten.

Doch was genau bedeutet nun ĂŒbermĂ€ĂŸig? Wie viel Koffein ist fĂŒr mich und mein Kind unbedenklich? Die Antwort der EuropĂ€ischen Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit lautet: 200 mg Koffein pro Tag. Dies ist natĂŒrlich ein Richtwert und sollte entsprechend von Faktoren wie Körpergewicht, SensibilitĂ€t etc. individuell abgewĂ€gt werden.

Zur Einordnung: 200 mg Koffein entsprechen einer Menge von 400 ml Filterkaffee. Mit einer Tasse (200ml) unseres Suyana Ceremonial Blends kommt man auf gerade einmal 8 mg Koffein. Die genaue Menge hÀngt von der jeweiligen Kakaosorte ab und kann bei intensiveren Charakteren auf bis zu ca. 35 mg ansteigen (1).

Doch warum wirkt Kakao dann trotzdem anregend? HierfĂŒr ist hauptsĂ€chlich der Wirkstoff Theobromin verantwortlich. Dieser Stoff wirkt zwar milder, dafĂŒr aber langanhaltend anregender als Koffein (2).

Wie Studien belegen, kann Theobromin sogar eine positive Wirkung auf Schwangere und Stillende haben. So zeigt eine Studie der Yale University, dass der Konsum von Theobromin in der Schwangerschaft mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit fĂŒr PrĂ€eklampsie (Bluthochdruck mit weiteren Nebenwirkungen wie KrampfanfĂ€llen) in Verbindung steht. Dieser Zusammenhang wird durch eine Studie von Saftglas et al. untermauert. So waren in einer vergleichenden Studie unter Schwangeren mit normalem Blutdruck mehr Menschen, die Schokolade konsumierten als in einer Gruppe mit Bluthochdruck-Problemen.

Weiterhin enthĂ€lt Kakao viele fĂŒr die Schwangerschaft besonders wichtige Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium, Magnesium, Zink, Phosphor sowie geringe Mengen an FolsĂ€ure und Jod (3, 4, 5, 6). Er enthĂ€lt viele der fĂŒr Mutter und Kind essentiellen B-Vitamine sowie die Vitamine A, C, D und E (5).

Ausgehend von dieser Datengrundlage und unserem Fazit, dass dem mĂ€ĂŸigen Konsum von Kakao in der Schwangerschaft aus wissenschaftlicher Perspektive grundlegend nichts entgegensteht, wollten wir von praktischen Erfahrungen zu Kakao in der Schwangerschaft und Stillzeit hören. Deshalb haben wir uns mit Frauen ausgetauscht, die bereits ihre eigenen Erlebnisse und Erkenntnisse hierzu sammeln durften.

Mit sieben Frauen im GesprÀch

Insgesamt haben wir sieben Frauen zum Thema befragt. Einige von ihnen waren zum Zeitpunkt der Befragung noch schwanger, andere befanden sich bereits in der Stillzeit. FĂŒr alle Frauen war Kakao bereits vor ihrer Schwangerschaft ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens, sodass sie mit der Wirkung der Heilpflanze vertraut waren. Die Art und Weise, wie Kakao in den Alltag integriert wurde, unterschied sich ein wenig. FĂŒr einige der Frauen ist das Kakaotrinken wie schon vor der Schwangerschaft ein Alltagsritual geblieben, sodass sie tĂ€glich zum Start in den Tag oder zur bewussten Auszeit und Verbindung mit sich selbst, dem Herzen und dem Baby eine geringe oder mittlere Dosis Kakao zu sich genommen haben. Andere von ihnen haben ihr Kakao-Ritual nach intuitivem Empfinden etwa 2-4 mal in der Woche zelebriert. Eine der Frauen berichtete, dass sie das Trinken als besonders schön in Kombination mit Yoga und Meditationen zur Geburtsvorbereitung empfunden hat. Eine Frau hat sogar direkt vor und nach der Geburt Kakao getrunken. Eine andere von ihnen hat in den ersten Monaten der Schwangerschaft zunĂ€chst ein wenig Abstand von Kakao genommen, da sie keine große Lust mehr empfunden hat und die Wirkung fĂŒr sie bereits nach 1-2 SchlĂŒcken stark spĂŒrbar war. Ab dem 6. Monat der Schwangerschaft hat sich dies jedoch gewandelt, sodass sie wieder regelmĂ€ĂŸiger Kakao getrunken und ihn auch gut vertragen hat. Eine andere Frau erzĂ€hlt ebenfalls, dass sich die Lust auf Kakao im Laufe der Schwangerschaft verĂ€ndert hat. Sie hat stark auf ihre Intuition gehört und deshalb im letzten Trimester kaum Kakao getrunken, dafĂŒr aber vermehrt in den ersten Trimestern. Neben dem eigens kreierten Ritual haben einige der Frauen wĂ€hrend ihrer Schwangerschaft zudem an gemeinsamen Kakaozeremonien in der Gruppe teilgenommen.

‘In der Schwangerschaft hatte ich sehr viel Lust auf Kakao (…), ich habe da total viel auf mich vertraut, auch was die Dosis angeht, ich hatte da ĂŒberhaupt keine Zweifel, keine Ängste, dass das nicht zusammen geht – Kakao und Schwangerschaft – im Gegenteil, ich habe mich da sehr genĂ€hrt gefĂŒhlt und hab die Dosis nach GefĂŒhl gemacht, heißt: ich habe sie reduziert, ich hatte nicht das GefĂŒhl, dass ich viel brauche, aber ich habe ihn regelmĂ€ĂŸig zu mir genommen.’

UnterstĂŒtzung durch Mama Kakao – Auswirkungen auf Körper & Geist

Die Teilnehmerinnen berichten, dass sie durch den Kakao sehr viel Energie und Lebendigkeit empfunden haben. Insbesondere in Phasen der Schlappheit und MĂŒdigkeit diente Kakao als guter NĂ€hrstofflieferant, der wie ein “Lebenselixier” ein GefĂŒhl des GenĂ€hrtseins hervorrufen konnte. Nicht nur wĂ€hrend der Schwangerschaft, auch in der Stillzeit konnte spĂŒrbar von den NĂ€hrstoffen profitiert werden, da man in der Zeit viel von sich gibt – Schlaf, Muttermilch und Liebe. FĂŒr eine Frau spielte der Kakao insbesondere eine Rolle dabei, sich mit aufkommenden Zweifeln und Ängsten auseinanderzusetzen, insbesondere zu Beginn der Schwangerschaft. In ihren Kakao-Ritualen konnte sie immer wieder in ihr Herz gehen und es öffnen, in einen tiefen Zustand der Meditation kommen, um Klarheit fĂŒr sich und ĂŒber ihre Situation zu finden und immer wieder in das Vertrauen zu gehen. Außerdem konnte sie aufkommendem Stress mit Ruhe begegnen, sich dem Alltag wappnen und so mehr Liebe und Herzlichkeit in ihren Familienalltag bringen. Zwei Frauen erzĂ€hlen davon, dass der Kakao fĂŒr mehr Klarheit, Erdung und PrĂ€senz sorgen konnte und ein beruhigendes GefĂŒhl gegeben hat. Auch eine gesteigerte VitalitĂ€t und Sinnlichkeit wurden genannt.

Zitate zum Thema:

‘Ein Herzöffner, der einfach glĂŒcklich macht und einen sehr schnell in eine positive Energie bringt.’

‘Kakao ist fĂŒr mich die wĂ€rmende Umarmung am Morgen, durch die ich Kraft, positive Emotionen und Erdung erfahre. Vor allem in den transformativen, aber auch herausfordernden Monaten der Schwangerschaft und Stillzeit benötigen wir mehr denn je Weisheit und einen geöffneten Herzraum. Dies hat mir Kakao gegeben, wann immer ich es gebraucht habe. Er hat mir Kraft, WĂ€rme, Liebe, Energie, positive Gedanken, NĂ€hrstoffe und Gleichgewicht gegeben. Eine echte Medizin der Seele eben.‘

‘Ich merke, dass ich da durch den Kakao einfach noch ein bisschen mehr in meine FĂŒlle und meine Kraft komme, aber auch die Verbindung zum Herzen wird immer super stark, also von daher die Herzverbindung und auch die Verbindung zu dem Baby, weil man spĂŒrt ja schon den Herzschlag des Babys.’

‘Hier auch meine Ermutigung an andere stillende Frauen, sich die Minuten am Morgen zu nehmen und mit Kakao zu verbinden. Und auch keine Angst vor aufgedrehten Babys haben, denn bis zu 200 ml koffeinhaltige GetrĂ€nke am Tag, am besten wĂ€hrend oder direkt nach dem Stillen, sind unproblematisch. Beobachtet natĂŒrlich die Reaktionen eurer Kleinen.’

Wirkungsweise im Vergleich zu vor der Schwangerschaft

Die Wirkungsweise des Kakaos war fĂŒr viele der Frauen vergleichbar mit der Wirkung vor der Schwangerschaft/ Stillzeit. Jedoch herrscht Einigkeit darin, dass sie sensibler reagiert haben und den Kakao schneller gespĂŒrt haben. Demnach haben sie automatisch weniger Kakao zu sich genommen, um eine Ă€hnlich starke Wirkungsweise wie vor dieser besonderen Zeit zu erfahren. Eine der Frauen teilte, dass sie ein starkes GefĂŒhl hatte, sich in der Schwangerschaft von der Kakaopflanze begleiten zu lassen. Ihre Intention war außerdem eine andere; ihr Herz sei bereits sehr offen gewesen und zu ihren GefĂŒhlen habe sie schon einen guten Zugang gehabt. Sie ergĂ€nzt:

‘Sie hat mir nochmal mehr ein GefĂŒhl des Halts und GenĂ€hrtseins gegeben, weil ich ja als Mutter in dem Moment, wo ich schwanger bin, schon Space halte fĂŒr mein Baby, das Baby trage und hĂŒte und da fand ich es schön, eine HĂŒterin an meiner Seite zu haben, in diesem Fall die Kakaopflanze.’

Zur Verbundenheit

Einige der Frauen berichteten, dass Kakao die Verbindung zu ihrem Kind nicht spĂŒrbar verĂ€ndert habe, da sie ohnehin schon sehr stark da war. Die Frauen erzĂ€hlen, dass ihnen Kakao ihnen das bekannte GefĂŒhl der Wohligkeit gegeben hat und sie sich sicher sind, dass ihr Kind dies wahrgenommen hat. Kleine Kakao-Rituale fĂŒr sich selbst wurden als sehr wertvoll erachtet – fĂŒr Mutter und Kind. Drei der Frauen meinen, dass der Kakao das GefĂŒhl zu ihrem Kind sehr stark im positiven Sinne beeinflusst hat. Sie konnten sich besser mit ihrer Rolle als Mutter und ihrer Bedeutung verbinden, dabei mit sich selbst im Reinen sein und sich dem Lebewesen in sich noch mehr öffnen. So sei nicht nur die Verbindung zum eigenen Herzen, sondern auch die Verbindung zum Herzen des Kindes deutlich intensiver geworden.

Zitat einer Frau auf die Frage “Hattest du das GefĂŒhl, dass der Kakao die Verbindung zwischen dir und deinem Kind beeinflusst hat?”

‘Absolut. Das ist der Grund, warum ich jeder Frau empfehlen wĂŒrde, Kakao in der Schwangerschaft zu trinken. Weil es eine total tiefe Verbindung geschaffen hat. Und ich auch teilweise das GefĂŒhl hatte, total intensiv Sachen zu empfangen, die ihn (ihren Sohn) betreffen und natĂŒrlich gab es fĂŒr mich auch Momente, wo Zweifel aufkamen. Und da hat es mir super geholfen, mit dem Kakao das Vertrauen zu finden und ihn auch so zu spĂŒren. Auch in gewisser Weise mit mir zu reden, zu kommunizieren. Und ihm auch ganz viel zufließen zu lassen, was ich ihm mitgeben wollte. Ja, ich denke schon, dass das unsere Beziehung auch schon in der Schwangerschaft intensiviert hat.’

Mama Kakao als Geburtsbegleiterin

Eine der Frauen hat wĂ€hrend ihrer Geburt gemeinsam mit ihrem Partner Kakao getrunken. Ihre Geburt hat sich ĂŒber zwei Tage und NĂ€chte gezogen und der Kakao habe ich in dieser Zeit geholfen, sie emotional stĂ€rker zu machen. Eine andere Frau hat zeremoniellen Kakao mit Zimt, Kardamom und Cayennepfeffer mit in die Geburtsklinik genommen, da diese GewĂŒrze als wehenfördernd gelten. Da wĂ€hrend der Geburt jedoch alles ‘geflowt’ hat und sie ‘in ihrer Natur perfekt war’ und sie nicht intervenieren wollte, ist es bei der rĂ€umlichen Anwesenheit des Kakaogeistes geblieben.

Eine andere Frau hat sich an dem Morgen, als ihre Wehen begannen, einen Kakao zubereitet. Sie hat jedoch nur wenige SchlĂŒcke getrunken, da es sich fĂŒr sie dann doch nicht richtig stimmig angefĂŒhlt hat.

Direkt nach der Geburt wurden von den Frauen keine Erfahrungen mit dem Konsum von Kakao gemacht. Eine der Frauen erklĂ€rt hierzu, dass sie das erste Bonding mit ihrem Kind sowie ihre Hormonumstellungen nicht beeinflussen wollte und somit die erste Zeit nach der Geburt auf Kakao verzichtet hat. Diese Zeit sei ohnehin von so viel Zauber, Neubeginn und Wachstum geprĂ€gt, dass sie einfach nur bewusst zulassen und spĂŒren wollte.

Appetit & Kontraindikationen

WĂ€hrend die Lust auf Kakao bei einigen der Frauen wĂ€hrend der Schwangerschaft gleichbleibend war, war sie bei den meisten eher geringer oder wechselhaft. So war die Lust auf Kakao bei einer der Frauen im ersten Trimester sehr gering, wĂ€hrend sie im zweiten und dritten etwas moderater wurde. Auch in der Stillzeit ist ihre Lust auf Kakao nach wie vor eher mittelmĂ€ĂŸig. Eine der Frauen teilt, dass sie gerade wĂ€hrend der Schwangerschaft mehr Lust auf Kakao hat und den Wunsch verspĂŒrt, die Pflanzenenergie des Kakaos einzuladen. Außerdem wurde erwĂ€hnt, dass das Trinken von Kakao GelĂŒsten nach SĂŒĂŸigkeiten sowie MorgenĂŒbelkeit entgegenwirken konnte. Die Frauen sind sich generell einig, dass der Kakao ihnen und ihrem Kind als großartiger NĂ€hrstofflieferant gedient hat.

Den Frauen sind keinerlei Kontraindikationen in Zusammenhang mit dem Konsum von Kakao aufgefallen; im Gegenteil, sie haben die Kombination von Kakao mit der Zeit der Schwangerschaft und Stillzeit als sehr kompatibel und gut möglich empfunden.

Abschließende Worte

Zusammenfassend wĂŒrde ich sagen:
Kakao war fĂŒr mich in der Schwangerschaft/ Stillzeit eine Begleiterin, die


‘…eine große UnterstĂŒtzung und eine wunderschöne Begleiterin dieser Zeit war. Gerade in dieser Zeit, da es fĂŒr mich eine sehr weibliche Pflanze ist, die auch nochmal sehr unterstĂŒtzt, da in dieses hĂŒten zu gehen, in dieses sich kĂŒmmern, das Baby nĂ€hren auf so vielen Ebenen. Ich finde es so wertvoll als Frau und Mutter, da auch begleitet, genĂ€hrt und gehĂŒtet zu werden.’

‘…mir Kraft und Erdung geschenkt hat.’

‘…mir sehr viel Entspannung, Liebe und Herzöffnung geschenkt hat und mich sehr schön durch die Schwangerschaftszeit und Stillzeit getragen hat und trĂ€gt.’

‘…mich besĂ€nftigt, mir Kraft schenkt, mich innerlich streichelt und verwurzelt.’

‘…mir geholfen hat, mich auf diese neue Passage im Leben vorzubereiten.’

‘…mich einfach mit meiner wahren Essenz, mit meinem Herzen, mit meiner Kraft und Lebensfreude verbindet und dementsprechend auch diese ursprĂŒngliche Verbindung zu meinem Körper und zu dem Baby verstĂ€rkt und ich dadurch einfach total in die Liebe komme.’

‘Eine tolle Begleiterin, die schön aktiviert und nach schlaflosen NĂ€chten Energie gibt. Außerdem ist es fĂŒr die Mama und das Kind wunderbar, wenn die Mama mit dem Herzen verbunden ist, vor Freude strahlt und das Kind mit Cacaocita-Liebe nĂ€hrt.’

Weitere ErgÀnzungen

‘Ich denke, es sollte mehr ĂŒber das Thema aufgeklĂ€rt werden, weil ich schon von mehreren Frauen bei Kakaozeremonien gehört habe, dass ich auf gar keinen Fall Kakao trinken sollte, dass er anregend ist, genau wie Kaffee, und dass es gefĂ€hrlich fĂŒr das Baby sein kann, Kakao zu trinken. Ich habe mich zwar in das Thema eingelesen, aber habe zugleich den Eindruck, dass ich da ganz auf meinen Körper hören darf. Auf das, was mir gut tut. Wenn es mir gut tut, denke ich nicht, dass es schlecht fĂŒr das Baby sein kann. Ich habe selbst erfahren, dass bei Menschen in Zentral- & SĂŒdamerika, die viel mit Kakao arbeiten, auch die Schwangeren Kakao bekommen und es dort absolut kein Problem darstellt. Von daher fĂ€nde ich es schön, wenn da noch mehr AufklĂ€rung stattfinden wĂŒrde, damit schwangere Frauen erkennen, dass sie Kakao ruhig integrieren dĂŒrfen. Dass es nichts gefĂ€hrliches ist, eigentlich das Gegenteil, dass es so heilsam sein kann und so viele positive Auswirkungen hat.’

‘Ich habe wĂ€hrend meiner Schwangerschaft keinen Kakao getrunken, da ich gehört habe, dass dies negative Auswirkungen auf das Baby haben kann. Mit meinem jetzigen intuitiven Wissen (nach der Schwangerschaft) wĂŒrde ich allerdings in der nĂ€chsten Schwangerschaft definitiv zeremoniellen Kakao trinken.’

Zu diesen wunderschönen, abschließenden Worten möchte ich nicht mehr allzu viel hinzufĂŒgen. Die Erfahrungen der Frauen haben gezeigt, dass Mama Kakao eine wunderbare, nĂ€hrende Begleiterin in der Schwangerschaft und Stillzeit sein kann. Intuitiv auf den Körper zu hören ist dabei natĂŒrlich gerade in dieser Zeit von besonderer Bedeutung. Die innere Stimme wurde von den befragten Frauen jedoch gerade zu dieser Zeit als besonders stark und klar empfunden. In diesem Sinne möchten wir Frauen ermutigen, auch wĂ€hrend der Schwangerschaft und Stillzeit auf die Weisheit ihres Körpers zu vertrauen und zu lauschen, was ihm und ihrem Kind gut tut.

Veröffentlicht
05 Oktober, 2022

Autorin

Hanna Krause

Lesedauer
8 Minuten

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Roher Kakao – ein Mythos?

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Bietet Rohkakao wirklich so viel mehr fĂŒr uns und unsere Gesundheit als andere Formen herkömmlichen Kakaos?

Ist der Hype um das Superfood und seine zeremonielle Verwendung wirklich berechtigt? Und warum eigentlich der Name ‚Roh‘? Diese Fragen kamen auch in uns auf, als wir das erste Mal mit zeremoniellem Kakao in Kontakt kamen. Sie haben an dieser Stelle auch ihre volle Berechtigung – wir möchten fĂŒr Transparenz sorgen, damit du dir dein eigenes Bild machen kannst.

Um zu verstehen, warum im Sprachgebrauch zwischen ‘normalem’ und ‘rohem’ Kakao unterschieden wird, schauen wir uns zunĂ€chst einmal in KĂŒrze den Herstellungsprozess der Kakaomasse an. Nach der hĂ€ndischen Ernte der KakaofrĂŒchte werden diese geöffnet und die Kakaosamen, beziehungsweise -bohnen entnommen. Anschließend werden sie samt ihrem Fruchtfleisch fĂŒr die Fermentation in große GefĂ€ĂŸe gegeben. Die Hitze, die in den tropischen Anbauregionen vorherrscht, gepaart mit dem hohen Zuckergehalt des Fruchtfleisches, sorgen fĂŒr die GĂ€rung der Masse. Der Alkohol, der bei diesem Prozess entsteht, verhindert die Keimung der Samen. Durch diesen Produktionsschritt verlieren die Bohnen an Bitterkeit und sie erhalten ihr klassisches, volles Kakaoaroma. In einem nĂ€chsten Schritt werden die Bohnen getrocknet, um sie haltbar zu machen. Am natĂŒrlichsten und energiesparendsten ist hier ein Vorgehen, bei dem die Bohnen direkt unter den Sonnenstrahlen oder in großen, luftigen RĂ€umen trocknen.

Bereits bis zu diesem Verarbeitungsschritt sind die Kakaobohnen auf natĂŒrliche Weise Hitze ausgesetzt. Zum einen erreicht die fermentierte Masse durch das GĂ€ren Temperaturen von bis zu 50°C, zum anderen kann bei der natĂŒrlichen Trocknung durch die Sonne keine Temperatur-Obergrenze gewĂ€hrleistet werden.

Viele AnbieterInnen von zeremoniellem Kakao geben an, dass dieser roh und somit ungeröstet ist. Diese Betitelung soll auf einen maximalen Erhalt an NĂ€hrstoffen und somit auf höchstmögliche gesundheitliche Vorteile schließen. Die Bezeichnung von Lebensmitteln als ‘roh’ ist jedoch nicht rechtlich geschĂŒtzt und unterliegt somit keinen spezifischen Auflagen. Im ĂŒblichen Sprachgebrauch meint man mit der Bezeichnung ‘Rohkost’ Lebensmittel, welche die Marge von 42-47°C nicht ĂŒberschritten haben. Wie an dieser Stelle nun ersichtlich wird, kann dieses Versprechen fĂŒr die ĂŒbliche Kakaomassenherstellung nicht eingehalten werden. Noch deutlicher wird dieser Widerspruch anhand des sich anschließenden Produktionsschrittes, das Rösten.

Das Rösten des Kakaos, bei dem Temperaturen von 100-150°C entstehen, sorgt fĂŒr neue Aromaverbindungen, die dem Kakao sein uns vertrautes Aroma verleihen und ihn ĂŒberhaupt erst genießbar machen. Außerdem wird hierdurch sichergestellt, dass die mikrobielle Keimbelastung des Kakaos reduziert wird. Ein alternatives Vorgehen, durch das die Keime abgetötet werden können, ist ein sterilisierendes Dampfbad. Wird sich fĂŒr dieses Vorgehen entschieden, um den Kakao gesundheitlich unbedenklich nutzen zu können, werden ebenfalls Temperaturen von ĂŒber 100°C erreicht.

HĂ€ufig liest man, die Erhitzung des Kakaos ĂŒber 47°C hinaus wĂŒrde mit einem Verlust seiner NĂ€hrstoffe einhergehen. Hierzu gehöre auch das Flavonoid Epicatechin, dem diverse gesundheitlich positive Wirkungen nachgesagt werden. Durch Eigenrecherche fanden wir heraus, dass der Anteil des Flavonoids Epicatechin bei einer Erhitzung ĂŒber 70°C zurĂŒck geht. Die Erreichung dieser Kerntemperatur ist fĂŒr die Herstellung eines fĂŒr den Verzehr geeigneten Kakaos jedoch wie beschrieben unumgĂ€nglich. Weiterhin sind wir auf verschiedene Quellen (1; 2) gestoßen, die belegen, dass die gesundheitlichen Vorteile des Kakaos durch die Röstung (abhĂ€ngig von der Temperatur & Dauer) aufgrund eines Anstiegs der Flavonoide sogar verstĂ€rkt werden können. Letztlich ist es vor allem das Dutching-Verfahren, bei dem der Gehalt der Flavonoide Catechin und Epicatechin nachweislich auf bis zu 20%, beziehungsweise 2% herabsinkt. Dieses Verfahren findet bei konventionellen Kakaoprodukten Anwendung. Wir gewĂ€hrleisten jedoch eine minimale Verarbeitung des Kakaos, sodass auf diesen Schritt bewusst verzichtet wird.

Zusammenfassend lĂ€sst sich also sagen, dass der Begriff ‘Rohkakao’ nicht darauf schließen lĂ€sst, dass seine Rohform bewahrt wurde. Bereits durch natĂŒrliche TemperatureinflĂŒsse kann eine Kerntemperatur von maximal 47°C meist nicht eingehalten werden. Hinzu kommt, dass bei vielen ProduzentInnen oftmals die Transparenz im Produktionsprozess fehlt, um sichere Aussagen ĂŒber die genauen Verarbeitungsschritte und -bedingungen treffen zu können.

Anders als es in der Massenindustrie vermehrt der Fall ist, wo eine starke Erhitzung des Kakaos bis hin zur Verbrennung keine Seltenheit sind, werden unsere Kakaobohnen schonend geröstet, wie es auch die die indigenen Völker Mittel- und SĂŒdamerikas seit jeher machen.

Aus Liebe zur Umwelt empfehlen wir, Kakao stets mit veganen Milchalternativen zuzubereiten. Des Weiteren weisen Forschungsergebnisse (siehe Serafini et al. 2003) darauf hin, dass Milch die Aufnahme der im Kakao enthaltenen Antioxidantien beeintrÀchtigen kann und somit potenzielle gesundheitliche Vorteile verringert oder unterbunden werden können.

Wir hoffen, durch diesen Beitrag ein wenig mehr Klarheit in die Rohkakao-Thematik gebracht zu haben. Falls du ĂŒber Forschungsprojekte oder Studien weißt, die unseren Wissensschatz in dieser Hinsicht erweitern könnten, freuen wir uns natĂŒrlich jederzeit ĂŒber deine Kontaktaufnahme.


Quellen

Studien

Payne, M.J., Hurst, W.J., Miller, K.B. et al. (2010): Impact of Fermentation, Drying, Roasting, and Dutch Processing on Epicatechin and Catechin Content of Cacao Beans and Cocoa Ingredients. Journal of Agricultural and Food Chemistry (58) 19. 10518–10527. DOI: https://doi.org/10.1021/jf102391q

Penn State (2018): Cocoa bean roasting can preserve both chocolate health benefits, taste. ScienceDaily. VerfĂŒgbar unter: www.sciencedaily.com/releases/2018/04/180404163629.htm

Serafini, M., Bugianesi, R., Maiani, G. et al. (2003): Plasma antioxidants from chocolate. Nature 424(1013). DOI: https://doi.org/10.1038/4241013a

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Veröffentlicht
11 August, 2022

Autorin
Hanna Krause

Lesedauer
4 Minuten

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Unsere Kakao Zubereitungsempfehlung

Zeremonieller Kakao

Unsere Kakao Zubereitungsempfehlung

Ob ganz traditionell, bunt und fancy oder vielleicht sogar fruchtig & blumig – du hast die Wahl!

In diesem Artikel geben wir dir eine allgemeine Zubereitungsempfehlung fĂŒr dein zeremonielles KakaogetrĂ€nk mit viel individuellem Spielraum, denn GeschmĂ€cker sind schließlich verschieden. Deshalb empfehlen wir dir, einfach mal ein wenig herum zu experimentieren. Bedenke, dass auch jede Kakaosorte ein eigenes Aroma hat und der Geschmack deines KakaogetrĂ€nks somit nicht nur von weiteren Zutaten, sondern auch von der Kakaomasse selbst mitbestimmt wird. Aber ganz bestimmt wirst du von selbst
herausfinden, welche Highlights deine Sorte in ein besonders gutes Licht stellen.
Wir sind gespannt, von deinem Lieblingsrezept zu hören!

Du benötigst:

  • 25 – 40g zeremonielle Kakaomasse

  • etwa 250ml FlĂŒssigkeit nach Wahl – Wasser und/ oder eine vegane Milchalternative
  • auf Wunsch: etwa 1-2 EL KokosblĂŒtenzucker oder Sirup
  • eine Prise Salz
  • GewĂŒrze nach Belieben (siehe Rezeptende)
  • Utensilien zum Erhitzen & Mixen des Kakaos
  • deine persönliche Herzensintention

So wird’s gemacht:

1. Kakaomasse zerkleinern

Falls die Kakaomasse noch in einem recht großen StĂŒck ist, solltest du sie zunĂ€chst mit einem Messer ein wenig zerkleinern, damit sie besser schmelzen kann. Wir empfehlen eine Dosis von zwischen 25 und 40 g, je nach Intention.

2. FlĂŒssigkeit abmessen

Zur Abmessung der passenden Menge an FlĂŒssigkeit kannst du am Besten deine Tasse verwenden, aus der du den Kakao trinken möchtest. Nach ursprĂŒnglicher Rezeptur der Maya und Azteken wird Wasser verwendet. Magst du es ein wenig cremiger und milder, kannst du auch eine pflanzliche Milchalternative verwenden. Oder aber du mischt beides zusammen – beispielsweise zu ⅔ Wasser und zu ⅓ pflanzliche Milch.

3. Wahl weiterer Zutaten

Nach Rezeptur der indigenen Völker Zentral- und SĂŒdamerikas wird zur Verfeinerung des KakaogetrĂ€nks auf Wasserbasis lediglich ein wenig Chili und Vanille hinzugegeben.

Falls du gerade erst die ersten Kontakte mit Kakao machst und dich vielleicht ĂŒberfordert fĂŒhlst von all den Möglichkeiten, raten wir dir, dich erst einmal nah am traditionellen Rezept zu halten. Falls dir Chili oder Vanille fĂŒr den Anfang zu ausgefallene GewĂŒrze sind, kannst du dich auch gut mit Zimt ausprobieren.

Bist du eher in Experimentierlaune, darfst du dich darĂŒber freuen, dass Kakao auch mit zahlreichen anderen GewĂŒrzen wunderbar harmoniert. Heutzutage gibt es die verschiedensten Rezepturen und Kombinationsmöglichkeiten mit Kakao – lass dich gern inspirieren oder werde selbst kreativ und entwickle dein eigenes Lieblingsrezept.

Am Ende dieses Beitrags findest du Anregungen fĂŒr mögliche GewĂŒrze und Informationen zu ihrer Wirkungsweise. Zur geschmacklichen Intensivierung und Betonung der Highlights kann außerdem eine kleine Prise Salz zu der Mischung hinzugegeben werden.

Kommen wir nun zur SĂŒĂŸung des Kakaos. Auf traditionelle Zubereitungsart werden keine SĂŒĂŸungsmittel hinzugegeben. Ist dir das GetrĂ€nk jedoch zu bitter, kannst du es beispielsweise mit unserem Bio & Fairtrade KokosblĂŒtenzucker oder einem Sirup (z.B. Agavendicksaft, Dattel- oder Yaconsirup) abrunden. Wenn du einen Mixer benutzt, kannst du alternativ auch getrocknete oder frische FrĂŒchte zum SĂŒĂŸen hinzugeben, beispielsweise Datteln oder eine Banane. Deiner KreativitĂ€t sind hier wirklich keine Grenzen gesetzt!

Nicht vergessen werden sollte natĂŒrlich die wichtigste Zutat – deine ganz persönliche Herzensintention fĂŒr dein Kakao Ritual. Lege eine Hand auf dein Herz, nimm einen tiefen Atemzug hinein und spĂŒre, was es gerade braucht.

4. ZusammenfĂŒgen

Anschließend kannst du den Kakao, die FlĂŒssigkeit und die weiteren Ingredienzien deiner Wahl in einem GefĂ€ĂŸ zur Erhitzung zusammengeben. Dies kann einfach ein Topf sein, in dem du die FlĂŒssigkeit unter schonender WĂ€rmezufuhr von bis zu ca. 60-80°C unter stetigem RĂŒhren mit einem Schneebesen zum Schmelzen bringst. PrĂ€ferierst du einen eher schaumigen Kakao, kannst du die FlĂŒssigkeit mit einem Molinillo (Holz-Quirl) aufschĂ€umen oder einfach einen MilchaufschĂ€umer oder Mixer mit WĂ€rmefunktion benutzen. Wichtig ist, dass der Kakao nicht zu kochen beginnt, damit seine NĂ€hrstoffe enthalten bleiben.

5. Einschenken & Genießen

Das war’s auch schon – wenn der Kakao sich vollstĂ€ndig aufgelöst hat und alle Zutaten gut vermengt sind, brauchst du ihn nur noch in deine Lieblingstasse einzugießen. Vielleicht magst du noch ein paar optische Akzente durch BlĂŒtenblĂ€tter setzen und fertig ist dein Göttinnen-/ Göttertrunk. Enjoy!

Weitere Informationen zu möglichen Zutaten (Dosierung: etwa eine Prise):

  • Chilipulver

    mit seiner SchÀrfe bringt es dich ordentlich in Schwung und entfacht das Feuer in dir.
  • Vanille

    mit langer Tradition in der Kakaorezeptur ist Vanille eine besonders edle Verfeinerung mit sahnig-karamelligem Geschmack und zugleich belebender & beruhigender Wirkung.

    Bio Vanille findest du hier bei uns im Shop.

  • Zimt

    ein mild wĂ€rmendes Allrounder-GewĂŒrz, das besĂ€nftigend und stimmungsaufhellend wirkt.

  • Kardamom

    als eines der Ă€ltesten GewĂŒrze weltweit prĂ€sentiert es sich als sĂŒĂŸlich- wĂŒrziger Muntermacher, der dich in Balance bringt.
  • Piment

    auch Jamaikapfeffer oder Myrthenpfeffer genannt, vereint die Aromen von Zimt, Muskatnuss und Nelke und wirkt wĂ€rmend & anregend. Im Vergleich zu Pfeffer hat es außerdem eine angenehmere, mildere SchĂ€rfe.
  • Nelke

    eine wĂŒrzige, sĂŒĂŸliche und leicht scharfe Zugabe, die anregend, krampflösend und stimmungsaufhellend wirkt. Besonders fĂŒr die Winterzeit eine passende Nuance.
  • Kurkuma

    eine goldige Wahl, die ausgleichend und wĂ€rmend wirkt. Das Wurzelpulver schmeckt pfeffrig, bittererdig, leicht scharf und ist eine hervorragende StĂ€rkung fĂŒr das Immunsystem. Im Farbton der Sonne lĂ€sst dich Kurkuma leuchten und strahlen.
  • Ingwer

    ein fruchtig-scharfes GewĂŒrz mit stark entzĂŒndungshemmender und verdauungsfördernder Wirkung. FĂŒr die Tage, an denen etwas Schwung & Frische gerade recht sind.
  • BlĂŒtenblĂ€tter

    ein liebevolles Add-on und Ausdruck der Zelebration. Die Bandbreite an hĂŒbschen, essbaren BlĂŒten ist riesig. Wir empfehlen dir, möglichst regionale BlĂŒten ohne Kontakt zu chemischen Pflanzenschutzmitteln zu verwenden. Vielleicht magst du sogar selbst einmal auf Entdeckungstour in die Natur gehen? Eine besonders schönes Zusammenspiel mit Kakao bildet die Rose – das Symbol der Liebe mit herzstĂ€rkender Wirkung und blumigem, leicht bitterem und herbem, zugleich aber sĂŒĂŸlichen Geschmack.

Veröffentlicht
02 August, 2022

Autoren
Eva & Elias

Lesedauer
6 Minuten

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Die lange Geschichte des Kakaos kurz erzÀhlt

Zeremonieller Kakao

Die lange Geschichte des Kakaos kurz erzÀhlt

Kakao, Theobrama cacao, ist eine Götterspeise (Theo – Gott, Brama – Speise, Essen).

Botanisch gesehen gehört der Kakaobaum (Theobroma cacao) zu den MalvengewĂ€chsen. Er stammt aus den RegenwĂ€ldern des westlichen Amazonasgebietes, wohin auch die Spurensuche der UrsprĂŒnge seines rituellen Gebrauchs fĂŒhren. Hier, an der GolfkĂŒste in Mexiko, lebten etwa 1500 Jahre v. Chr. die Olmeken. Obwohl sie zunĂ€chst keine eigenen Anbaugebiete hatten, sollen bereits sie die geistreiche Frucht genutzt haben. ZunĂ€chst bezogen sie den Kakao von den sĂŒdlich lebenden Maya Völkern. Um ihre Versorgung mit Kakao langfristig sicherzustellen, eroberten sie spĂ€ter ein Anbaugebiet an der pazifischen KĂŒste, welches heute zwischen Mexiko und Guatemala vorzufinden ist.

Sowohl die Maya als auch die Azteken waren sich dem hohen Wert der Kakaobohne sehr bewusst. Da sie im Kakao eine heilige und spirituelle Lehrpflanze sahen, machten sie neben der Verwendung als Zahlungsmittel fĂŒr religiöse Zeremonien und als Ausschank bei festlichen AnlĂ€ssen von ihr Gebrauch. Teilweise war der Kakao sogar ausschließlich den wohlhabenden und gesellschaftlich hoch angesehenen Menschen vorbehalten.

Als heißes oder kaltes GetrĂ€nk zubereitet, wurde er oft mit Vanille, Chili oder anderen scharfen GewĂŒrzen verfeinert und nach belieben mit Honig gesĂŒĂŸt.

Das Ritual des Kakaotrinkens wurde von den Mayas und Inkas von Generation zu Generation weitergetragen. Durch spanische Konquistadoren kamen auch die EuropĂ€er gegen Ende des 16. Jahrhunderts mit der Kakaofrucht in Kontakt. Eine wirkliche Liebe zum Kakao entwickelten sie jedoch erst einige Jahrzehnte spĂ€ter, als die Idee geboren wurde, Zucker zum Kakao hinzugeben. Dadurch wurde das GetrĂ€nk auch fĂŒr den europĂ€ischen Gaumen genießbar. Somit sind es lĂ€ngst nicht mehr ausschließlich die indigenen Kulturen Mittel- & SĂŒdamerikas, welche von der Götterfrucht Gebrauch machen. Hingegen wird das schamanische RItual heutzutage weltweit zelebriert.

In der Maya Kosmologie wird der pflanzliche Geist des Kakao als einer der mĂ€chtigsten Wesen angesehen. Einem indigenen Mythos zufolge taucht der Geist immer dann auf und beginnt zu wirken, wenn die Harmonie zwischen dem Menschen und der Natur aus der Balance gerĂ€t. In diesem Sinne sei der Kakao die Medizin des Wandels und des Friedens. Ob diese Tatsache auch ein Grund dafĂŒr ist, dass sich der Kakao in westlichen Gesellschaften zunehmender Beliebtheit erfreut, darĂŒber lĂ€sst sich munkeln.

Veröffentlicht
03 Juni, 2022

Autorin
Hanna Krause

Lesedauer
3 Minuten

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